Samstag, 3. Juli 2010

LETZTER BLOGEINTRAG – EVER

Jetzt ist es soweit, morgen, am Sonntag den 04. Juli '10 fliege ich zurück nach Hause und komme dann am 05.07. um 17:45 Uhr am Frankfurter Flughafen an.
Ich kann es noch gar nicht richtig glauben....

Am 31. Juli 2009 habe ich mich ins Flugzeug gesetzt um mein lang geplantes Auslandsjahr anzutreten. Damals war ich fruchtbar aufgeregt, ich hatte Angst und ich hatte absolut keine Ahnung was mich erwarten würde. Irgendwie habe ich mich dann doch von Kaddis Abenteuerlust anstecken lassen, habe meinen Verabschiedungskomite voller Erwartungen den Rücken zugedreht und bin mutig Richtung Flugzeug geschritten...
Fast 24 Stunden später bin ich in Neuseeland angekommen, ziemlich erschöpft, immer noch ängstlich und immer noch ohne die geringste Ahnung was mich erwarten würde. Die ersten vier Wochen lief dann der Sprachkurs, der sich im Nachhinein nicht wirklich gelohnt hat. Wenn ich jemals noch mal so was machen sollte, dann nicht mehr mit EF, denn wie gesagt, der Sprachkurs lohnt sich eigentlich nicht und die Hilfe die man bekommt ist für den Preis den man bezahlt eigentlich nicht ausreichend.
Schnell waren die vier Wochen vergangen, der Van „Robert“ wurde gekauft und auf gings Richtung Northland. Zuerst eine Woche wwoofen (arbeiten für Essen und Unterkunft) beim Crazy-Farmer, dann mit Martin rum reisen. Die ersten Vanreparaturen vielen an. Dann gings auf zur Farm nördlich von Whangarei, wo wir länger geblieben sind als erwartet, da wir den Job für den wir schon den Vertrag unterschrieben hatten dann doch nicht antreten konnten. Auf der Farm war viel los, manchmal zu viel und von Kühe melken über Dirtbike fahren bis hin zu Essen kochen für 60 Personen gab es immer was zu tun.
Von dort aus gings weiter zu Jefferies', dann zu Refoys. Hier haben wir das Leben der Kiwis und deren absolute Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft kennen gelernt. Nach einem katastophalen Fruitpicking-Erlebnis in Tauranga und dem Einbruch in den Van, bei dem unsere Reiserucksäcke geklaut wurden, hieß es dann erst einmal Weihnachten mit Refoys und Jefferies' feiern, bei einer Grillparty bei 30°C und Sonnenschein! Kurz nach Weihnachten ging es dann auf die Südinsel und Kaddi und ich waren zum ersten Mal getrennt in Neuseeland unterwegs, sie als Nannie auf einer Farm in Canvas Town und ich in Hanmer Springs als Housekeeper im Alpine Lodge Motel.
Dann haben wir uns wieder getroffen und für ca. fünf Wochen die Südinsel bereist und dabei jeden Tag aufs Neue gestaunt, angesichts der einfach super tollen Landschaft die sich uns bot. In Owaka sind wir dann gestrandet, da „Robert“ nicht mehr wollte, mussten ihn für viel Geld reparieren lassen und haben wieder einmal die Gastfreundschaft der Neuseeländer erfahren, diesmal von Murray und Judy und der Pfarrfamilie von Owaka.
Mitte April ist Kaddi dann nach Hause geflogen, nach unseren erfolglosen Versuchen den reparierten „Robert“ zu verkaufen und ich bin zurück nach Hanmer Springs gekehrt um wieder im Motel zu arbeiten. Nach sechs Wochen, die ähnlich verliefen, wie die erste Zeit in Hanmer habe ich mich dann in den Flieger gesetzt um von Christchurch nach Auckland zu fliegen. Dort habe ich mich dann für eine Woche mit dem Christian getroffen und noch etwas mehr von der Nordinsel gesehen. Meine letzten fünf Wochen am anderen Ende der Welt habe ich dann in Avondale, Auckland verbracht und mich letztendlich doch noch am Nanniejob versucht, den ich zuvor so lange vermieden habe und ich muss sagen, es hat sich gelohnt!

„Robert“ ist leider immer noch nicht verkauft und ob wir jemals das Geld für ihn erhalten steht wohl in den Sternen....

Ihr seht also, in diesem Jahr habe ich super viel erlebt, die Zeit ist einfach gerast. Deshalb habe ich dann auch meinen Rückflug vom 30. Mai auf den 04. Juli verschoben. 11 Monate und 2 Tage Neuseeland, 338 Tage weg von zu Hause, das ist das Ergebnis meines Work and Travel Jahres - und es hat sich gelohnt!
Meine Zeit in Neuseeland war voll von schönen Erlebnissen, die wohl für immer in meiner Erinnerung bleiben werden. :-)

Zum Schluss bleibt mir noch mich bei all denen zu bedanken, die mich in meinem Jahr ganz weit weg von zu Hause so tatkräftig unterstützt haben, auf ganz unterschiedliche Weisen...

Also dann, zum letzten Mal in meinem Auslandsjahr: Superliebe Grüße vom anderen Ende der Welt! Oder wie die Maori sagen würden: „Kia ora koutou katao!“ – Grüße und beste Wünsche an alle!



Ka kite ano - Auf Wiedersehen,

eure Eileen :)

Montag, 21. Juni 2010

White Hot Heroes

"Take a look at the points table. Look again. Sitting in second, equal with Italy, are New Zealand.
Little, old New Zealand with just 25 professional soccer players - Italy has 3541. A country which had played just four World Cup matches before this morning drew with one which has won four World Cup titels. Crazy.
If the Slovakia result was incredible, this is truly mind-blowing and they still have a genuine chance of progressing to the second round - although Paraguay looked slick in their 2:0 defeat of Slovakia. That would be one of the biggest surprises in World Cup History, much like the US beating England in 1950." (Monday, June 21, 2010, The New Zealand Herald)

Erst unentschieden gegen die Slovakei und jetzt 1:1 gegen den amtierenden Weltmeister Italien: das laesst selbst eine Rugbynation wie Neuseeland nicht kalt! Aetliche Schulkinder sind gestern ganz in weiss, den Farben des NZ Soccer Teams "All Whites" in die Schule gekommen, die Zeitungen berichten stolz von der Heldentat ihrer Jungs und sogar die Fussballmoderatoren werden immer begeisterter, wenn sie mitten in der Nacht die Leitungen ihres Teams kommentieren! (Die Uebertragungszeiten der Spiele sind hier um 23:30, um 2:00 und um 5:30Uhr) Wo nach dem Spiel gegen die Slovakei noch niemand in Begeisterung ausgebrochen ist und das 1:1 als "mehr als wir haetten hoffen koennen" kommentiert wurde, so erreicht die Welle der Fussballbegeiterung nach dem Unentschieden gegen Italeien nun endlich auch die Kiwis!
Nach 1982 ist die WM 2010 die einzige, in der Neuseeland je gespielt hat und damals wurden alle drei Vorrundenspiele verloren...

Wie auch immer, dieses Jahr sind die All Whites erfolgreich wie nie zuvor in der Geschichte des Fussballs und die Italiener werden sich ueber Zeilen wie diese wohl noch lange aergern: :-)

- The Kiwi's are the most laid back side at the World Cup - and have a collection of "stars" who have scrapped their way through the lower leagues of England and college soccer in the US, to make it to South Africa.
The list of club's the New Zealand heroes have played for should on the face of it have not place at a World Cup.

- The All Whites' bench was virtually ignored before the game, and let's face it, some of the people on the bench are virtually ignored by their own club coaches. (NZ Herald)

- "Don't tell anybody, Italy wins the Rugby World Cup, and New Zealand wins the Soccer World Cup." (tvnz)

- He (the Prime Minister) even toyed with the idea of making tomorrow a public holiday to celebrate the draw.
"It would be a damn fine idea but I won't be in the country to enjoy it." (tvnz)

- If the World Cup is a stage, Italian footballers are clearly the best actors. Azzuri Players littered the field at Nelspuit in several histrionic retakes of the "dying swan", as they traded knocks with All Whites players in the hustle and bustle of the group F match.
... And then the penalty on 31 minutes. Although Tommy Smith grabbed the shirt of Daniele De Rossi, the dive for the resulting pot-kick would have made American swimmer Michael Phelps blush. (NZ Herald)

- Midfielder Daniele Di Rossi, all 85kg of snarling Italian cabanossi, went down like he had been tackled by All Black Ma'a Nonu. All Whites defender Tommy Smith naively tugged his shirt, but this happens virtually any time a ball is played into the box, and Di Rossi fell like his legs had been taken from under him.

- The score read New Zealand 1 Italy 0, and not many could resist the photo opportunity. (NZ Herald)

- Shane Smeltz: A dream start. Was he offside? Of course. Do we care? Not a jot. (NZ Herald)

Montag, 14. Juni 2010

Mein Leben in Avondale

Die letzten Wochen, eigentlich seit ich wieder auf der Nordinsel bin, sind echt super schnell vergangen.


In meiner ersten Woche bei den Erdrichs habe ich den Freitag (04.06), den letzten wirklich wunderschönen Herbsttag dazu genutzt mir Rangitoto Island anzuschauen. Rangitoto entstand durch einen Vulkanausbruch vor etwa 600 bis 700 Jahren und ragt ca. 260 Meter aus dem Meer. Die Insel liegt im Hauraki Gulf vor der Kueste von Auckland und ist mit dem Boot in etwa 30 Minuten von Auckland City aus zu erreichen. Die steilen Lavahänge sind inzwischen mit Bueschen und Baeumen bewachsen. Verschiedene Wanderwege fuehren hinauf zum Krater und nach etwa 1 1/2 Stunden, in denen man vorbei an mit Moosen und Farnen bewachsenem Lavagestein und Neuseelands einheimischen Manuka- Rewa- und Pohutukawabäumen laeuft, ist man oben und kann die wahnsinnige Aussicht über den Hauraki Gulf bewundern.

Der Ausflug dort hin hat sich absolut gelohnt. Wenn man die Insel betritt fühlt man sich, als haette man eine fremde Welt betreten, was durch die Tatsache noch verstaerkt wird, dass die Insel keine permanenten Einwohner hat. Es gibt nur eine Hand voll Ferienhaeuser und die müssen ohne Strom- und Wasseranschluss auskommen. Hier wurde mir die Schoenheit Neuseelands noch einmal richtig bewusst. Ich bin echt ein absoluter Fan der Vegetation der Nordinsel und der Besuch Rangitotos war definitiv einer der lohnenswertesten Ausfluege in ganz Neuseeland!



Am Montag, dem 07.06. war dann ein Feiertag und zwar Queen's Birthday. Zusammen mit den Erdrichs habe ich eine Wanderung zu den Fairy Falls gemacht, die aufgrund des vielen Regens wirklich spektakulaer aussahen – und man bedenke, dass ich das nach 10 Monaten Neuseeland und somit nach dem Anblick einer nicht gerade kleinen Anzahl von Wasserfaellen sage! :-) Der Weg war teilweise vollstaendig ueberschwemmt, sodass wir Schuhe und Socken ausziehen und durchs kalte Wasser waten mussten! Ein Erlebnis war das auf jeden Fall!

Letzten Samstag (12.06) habe ich mir dann Devonport angeschaut, einen Vorort von Auckland, der an der Kueste liegt. Hier befinden sich viele von Aucklands Badestraenden und die Uferpromenade ist sehr schoen. Devonport gilt als einer der reicheren Vororte Aucklands und ist mit der Faehre in nur 10 Minuten von Aucklands Ferry Building aus zu erreichen. Von den beiden erloschenen Vulkanen Mount Victoria und Noth Head aus hat man einen großartigen Blick über den Waitemata Harbour und Auckland City. Von Norh Head aus habe ich einige Zeit lang eine Segelregatta unten im Hafen verfolgt. Das Wetter war nicht toll, aber es hat wenigstens nicht geregnet.

Wie auch Rangitoto hat Devonport eine lange militärische Tradition. Die Basis der Royal New Zealand Navy wurde bereits 1841 eroeffnet und noch heute sind hier etwa 2200 Angehoerige der Marine stationiert. Während der beiden Weltkriege wurden hier viele Raketen zur Verteidigung von Aucklands Hafen aufgebaut, die jedoch glücklicher Weise nie zum Einsatz kamen.


Sonntag war ich dann schwimmen. Das nächste Schwimmbad liegt zu Fuß etwa 40 Minuten entfernt und ist echt schoen, denn neben dem normalen Schwimmerbecken gibt es noch einen Bereich mit Wasserrutsche, Spabad , Kinderbecken und Wellenbad. Der Eintritt ist nicht ganz billig, aber es war trotzdem ein lohnenswerter Ausflug.


Ansonsten lebe ich mich bei den Erdrichs immer besser ein. Mittlerweile finde ich sogar ohne Karte oder Alex als Navigator den Weg zur Schule und zum Fußballtraining, werde beim Essen kochen immer kreativer und traue mich Isis, den Hund, auch ohne Leine laufen zu lassen.

Manche Dinge sind jeden Tag gleich, andere Sachen ändern sich von Woche zu Woche. Von Montag bis Freitag stehe ich jeden Morgen um 7 :15 Uhr auf und mache die Lunchboxen für die Kids fertig. Wenn dann alle gefrühstückt haben raaeume ich die Kueche auf. Jeden Montag staubsauge ich das Haus und putze das Badezimmer. Eigentlich jeden Abend räume ich dann wieder die Küche auf. Allerdings ist das nicht zu anstrengend, denn erfreulicher Weise gibt es eine Spuelmaschine!

Matthias und Sharon arbeiten beide voll zeit mit woechentlich wechselnden Arbeitszeiten. Matthias ist Berufsmusiker und von daher oft auch Abends unterwegs. Tagsüber gibt er dann auch noch hin und wieder Unterricht. Sharon ist Heilpraktikerin. Sie hat eine Klinik, in der sie arbeitet und unterrichtet nebenbei noch am College for Health. Teilweise gibt sie auch Wochenendlehrgänge oder Crashkurse für Leute, die sich weiterbilden wollen. Also wird quasi am Anfang jeder Woche geplant und geguckt wo ich helfen kann. So bringe ich dann an manchen Tagen die Jungs zur Schule oder hole sie ab, fahre sie zum Fußballtraining oder zum Musikunterricht, koche Abendessen oder bin einfach Abends da um die sie zu beaufsichtigen, darauf zu achten, dass sie ihre Pflichten erledigen und zeitig ins Bett gehen.

Ansonsten darf ich bei Bedarf noch Waesche auf- und abhängen, Hemden buegeln und die Einfahrt fegen. Langeweile kommt da also so schnell nicht auf! :-)

Und auch die Tatsache, dass Matthias aus Deutschland kommt, was mich ja zu Anfang eher abgeschreckt hat, hat sich als nicht wirklich schlimm erwiesen. Wenn ich mit Matthias alleine bin reden wir Deutsch, was auch mal ganz schön ist und ansonsten wird Englisch geredet.

Matthias redet auch mit Karl und Alex sehr viel Deutsch, allerdings laeuft das hier nicht sehr konsequent ab und teilweise wechselt er in ein und derselben Konversation mehrmals die Sprache. Karl und Alex antworten auch grundsätzlich immer auf Englisch, was für mich und meine Absicht Englisch zu lernen ja ganz nett ist, ihnen im Hinblick auf den fließenden Gebrauch der deutschen Sprache allerdings sehr wahrscheinlich nicht gerade zu gute kommt...




Mit lieben Grueßen in die Heimat,

Eileen



PS: Den deutschen Einfluss in der Erdrich Familie merkt man auch an der Fussballbegeisterung! Beide Jungs spielen Fussball und sind heute Morgen sogar schon um 6:30 Uhr aufgestanden um das WM-Spiel Deutschland gegen Australien zu verfolgen! Allerdings mussten wir feststellen, dass das Spiel nicht im oeffentlichen Fernsehen uebertragen wurde, sondern nur im Sky TV, einem Program aehnlich wie bei uns Premiere, was sie leider nicht haben...immerhin, der Wille war da!

Mittwoch, 2. Juni 2010

Rundreise mit Christian

Am Samstag, den 22. Mai habe ich mich also zum letzten Mal von Hanmer Springs, Graham und den Leuten im Motel verabschiedet und bin zurueck auf die Nordinsel geflogen. Der Flug war ganz entspannt, hat nur 1 Stunde und 20 Minuten gedauert und ich hatte sogar einen Fensterplatz. Vom Flughafen bin ich dann mit dem Shuttelbus nach Auckland City gefahren und in das Hostel eingecheckt, in dem Alison war. Mit ihr habe ich dann auch den Abend verbracht. Es war echt cool sie wieder zu sehen und wir hatten noch mal richtig viel neue Dinge zu erzaehlen.
Am Sonntag um 6:30 Uhr ist der Christian dann in Auckland gelandet. Den Tag haben wir dazu genutzt Auckland zu erkunden und spaeter haben wir uns mit Martin und seiner Freundin auf ein Bierchen am Hafen getroffen. Martin ist der Hollaender, mit dem Kaddi und ich im September Northland erkundet haben. Ihn nach der ganzen Zeit wieder zu sehen war wirklich schoen. Es ist ganz interessant ueber die Erfahrungen die man gesammelt hat zu reden, die ja doch total unterschiedlich sind, obwohl man im gleichen Land unterwegs ist...
Mit unserer Rundreise ging es dann am Montag, den 24. Mai los. Um 8 Uhr morgens haben wir den Mietwagen abgeholt und sind in Richtung Coromandel aufgebrochen. Die Coromandel-Halbinsel gefaellt mir Landschaftlich super gut. Leider hat das Wetter nicht so ganz mitgespielt, die ganze Woche gab es immer wieder heftigste Regenschauer. Die Laune haben wir uns davon allerdings nicht verderben lassen! :-)
Geplant war, dass wir bis in den Zipfel der Coromandel-Halbinsel fahren und dann halt wieder zurueck. Angekommen sind wir allerdings nicht. Bei Colvill mussten wir aufgrund von
"flooding" leider wieder umkehren, denn auf der Strasse war beim besten Willen kein weiterkommen mehr und es sah eher aus als wuerden wir einem Flussbett folgen, als der Hauptstrasse!
In einem gemuetlichen Hostel in Hahei haben wir dann uebernachtet. Da es immer schon um halb 6 dunkel wurde und um 6 Uhr dann stockfinster war, haben die Tage recht frueh geendet, zumindest was das Autofahren anging.
Am Dienstag haben wir dann die sonnigen Morgenstunden ausgenutzt und sind zum Hot Water Beach gefahren. Der Hot Water Beach ist ein Strandabschnitt, an dem man ein Loch in den Sand buddeln kann und dann in warmen bis heissem Wasser sitzt. Ich fand das wirklich faszinierend. Das kalte Meerwasser und dann das heisse Wasser, das erscheint wenn man ein bisschen buddelt! :) Zum wirklichen Baden war es aber trotz warmen Wassers irgendwie zu kalt, sodass blos unsere Fuesse und Beine nass geworden sind.
Danach gings dann auf zur Cathedral Cove, einem Felsen, der wie ein riesiger Torbogen am Strand liegt. Leider konnte man nicht durchlaufen, wegen Einsturzgefahr.
Puenktlich zum Regenanfang sassen wir dann auch schon wieder im Auto Richtung Tauranga und Mount Manganui. Hier haben wir uns erstmal gestaerkt und weiter gings, die Ostkueste runter am auch im Regen wunderschoenen Bay of Plenty bis nach Whatakane. Von da aus ging es dann landeinwaerts weiter, bis nach Rotorua, einer Stadt, die wohl vor allem durch ihren Schwefelgeruch bekannt ist! Ueberall brodelt und kocht und dampft es - und stinkt eben nach Schwefel!
Trotzdem haben wir hier uebernachtet, in einem gemuetlichen Hostel, in dem allerdings zu 99 Prozent Deutsche waren! Abends haben wir uns dann mit ein paar anderen Leuten den Kinofilm "Boy" angesehen, ein neuseelaendischer Film ueber einen Maorijungen. Aufgrund des starken Dialekts war es an manchen Stellen schon eine echte Herausforderung den Dialogen zu folgen!
Am Mittwoch sind wir dann erst einmal noch in Rotorua geblieben und haben uns das 'Wai-O-Tapu' Thermal Wonderland angesehen und den Lady Knox Geysir, der jeden Tag um 10:15 Uhr ausbricht und dessen Wasserfontaine bis zu 20 Metern hoch ist. Hier war der Schwefelgestank natuerlich enorm und ich wuerde nicht sagen, dass die Gegend besonders einladend war, aber blubbernden Matsch und dampfendes Wasser in freier Natur zu sehen hat trotzdem so seinen Reiz. Auch hier hatten wir wieder Glueck mit dem Wetter und erst auf der Weiterfahrt nach Taupo hat es angefangen zu regnen. Aufgrund des Wetters ist mein Skydive, den ich gerne in Taupo gemacht haette dann auch im warsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen. Dafuer haben wir uns die Huka Falls angesehen, Wasserfaelle, die auf Grund des Regens noch enormer wirkten als letztes Jahr im August, als ich auf dem Wochenendausflug mit EF dort war!
Wir sind dann noch ein Stueck weiter entlang des Lake Taupo, des groessten Sees Neuseelands gefahren, bis nach Turangi, wo die Reise fuer Mittwoch geendet hat.
Am 27.05. ging es dann weiter durch den Tongariro National Park. Dort findet man unter anderem den Mt Raupehu, auf dem sich das groesste Skigebiet der Nordinsel befindet. Genau hier sind Kaddi und ich letzten August Ski gefahren. Dieses Mal sah die Landschaft allerdings noch deutlich anders aus und wirkte ohne die Schneeschicht doch etwas trostlos. Auf den Bergen rundherum liegt jedoch schon gewaltig Schnee. Im Whakapapa Village, dem Dorf direkt am Skigebiet hat auch schon eine dicke Eisschicht die Strassen bedeckt und wir sind etwas ins Schlittern gekommen.
Nach diesem doch eher unangenehm kalten Ausflug, vorallem fuer Christian, der ja nur noch Temperaturen um die 28 Grad und Sonnenschein von Hawaii gewoehnt ist und von daher auch keine dicke Jacke dabei hatte, ging es weiter, vorbei an den Waitomo Caves bis nach Raglan. Raglan ist ein Surferdorf an der Westkueste und ist eigentlich ziemlich schoen. Bei Surfern ist es vor allem durch den Whale Beach bekannt, der blos einige wenige Kilometer entfernt liegt. Im Hostel haben wir einige interessante, etwas abgedrehte Leute getroffen und diesmal waren sogar nicht alle deutsch! Abends hat dann ein Maedel eine Feuerball-Show am Strand veranstaltet und nach einiger Zeit kam sogar noch spontan ein Trommler dazu!
Freitag Morgen ging es dann auch schon wieder zurueck Richtung Auckland. Hier sind wir eigentlich die ganze Zeit die Kuestenstrasse gefahren, haben allerdings einen Abstecher nach Hamilton, mit 125.00 Einwohnern groesste Binnenstadt Neuseelands gemacht.
Um 17 Uhr mussten wir dann auch das Mietauto schon wieder abgeben. Den Tag haben wir dann noch mit Souveniershopping und Pizzaessen ausklingen lassen und am Samstag um 8 Uhr sass der Christian dann auch schon wieder im Bus Richtung Auckland Airport.

Ich habe mich dann gegen Mittag auf nach Avondale gemacht, einem Vorort von Auckland. Hier wwoofe ich jetzt, also arbeite fuer Unterkunft und Essen, bei einer Familie, den Erdrichs. Der Vater Matthias ist Deutscher aus dem Schwarzwald, die Mutter Sharon Kiwi. Die beiden Jungs Karl und Alex sind 12 und 10 Jahre alt. Ausserdem lebt hier noch eine Katze, die man fast nie zu Gesicht gekommt und der Hund Isis.
Meine Aufgaben sind unter anderem, den Kindern Essen fuer die Schule zu machen, zu kontrollieren ob die Betten gemacht wurden, sie wenn noetig von der Schule abholen oder zum Sport fahren und das Haus in einer Grundordnung zu halten, sprich staubsaugen, Bad putzen oder auch mal buegeln.
Wenn alles gut laeuft, dann werde ich hier wohl die naechsten fuenf Wochen bleiben, also bis ich wieder zurueck nach Deutschland fliege...

Liebe Gruesse und bis zum naechsten Blogeintrag,

eure Eileen

Donnerstag, 20. Mai 2010

Hallo Leute!

Hier kommen nochmal Neuigkeiten von mir! :)
Am Samstag fliege ich von Christchurch nach Auckland zurück. Der Graham fährt mich zum Flughafen, was echt total nett von dem ist. In Auckland treffe ich mich dann für eine Woche mit dem Christian, der gerade Semesterferien auf Hawaii hat und für eine Woche nach Neuseeland kommt! Wir wollen ein Auto mieten und ein bisschen sight seeing machen, also werde ich anschließend nochmal viel zu erzählen haben!
In Hanmer ist halt nicht mehr viel passiert...

Liebe Grüße,
Eileen

Montag, 26. April 2010

Nelson und zurück nach Hanmer Springs

Am Donnerstag, dem 08. April wurde ich dann also nachdem wir Kaddi zum Flughafen gebracht hatten am Bahnhof in Blenheim raus gelassen. Dort habe ich dann erst mal gewartet, bis das Informationscenter aufgemacht hat. Während ich dort gewartet habe, konnte ich sogar noch einem Mann helfen verschiedenen Messungen durchzuführen. Der kam auf einmal auf mich zu und hat gefragt, ob ich ihm mal helfen könne das eine Ende des Maßbandes zu halten. Klar konnte ich das!
Als das Informationscenter dann aufgemacht hat habe ich meine Taschen dort abgegeben und bin erstmal ein wenig durch Blenheim gelaufen. Um 12:40 Uhr ging es dann von dort per Bus weiter nach Nelson. Die Fahrt hat ungefähr zwei Stunden gedauert und der Busfahrer war einfach lustig, er hat nebenbei noch ein wenig Reiseführer und Alleinunterhalter gespielt!
In Nelson angekommen bin ich dann erstmal in das Informationscenter dort gegangen um mich über Unterkünfte zu informieren. Da drinnen wurde ich dann von einem Typen angequatscht, der wie sich herausstellte der Manager von einem Hostel war und mich auch erfolgreich überzeugen konnte dorthin zu gehen. Die Entscheidung war auch eindeutig die Richtige. Zwar war das Hostel relativ teuer, dafür aber das mit Abstand tollste in dem ich je war! Die „Golden Lodge“ ist eine kleine, gelb angestrichene Villa, ca. 10 Minuten zu Fuß von Nelsons Zentrum entfernt an einem Berg gelegen, von wo aus man einen absolut tollen Blick auf die Stadt und das Meer hat. Die Zimmer sind super gemütlich, die Küche hat eine Spülmaschine und die Nutzung des Internets ist kostenlos! Ein weiterer Vorteil war, dass ich nicht mit all meinem Zeug dorthin laufen musste, sondern direkt hin gefahren wurde!
Den Rest des Tages habe ich dann noch genutzt um mir die Innenstadt von Nelson ein wenig anzuschauen und ein paar Lebensmittel einzukaufen.
Am Freitag habe ich erstmal schön ausgeschlafen und habe mich dann wieder auf in die Stadt gemacht. Nelson ist echt total schön....
Am Samstag bin ich dann morgens schon um 6 Uhr aufgestanden und habe einen Tagesausflug in den Abel Tasman National Park gemacht. Erstmal ging's per Bus ca. 1 ½ Stunden nach Kaiteriteri und von dort aus per Boot nach Anchorage. Die Bootsfahrt hat etwa eine Stunde gedauert und war total schön. Es ging halt die ganze Zeit an der Küste entlang, vorbei an einfach paradiesischen Stränden!
Von Anchorage ging's dann zu Fuß zurück nach Marahaua von wo aus uns der Busfahrer uns wieder eingesammelt und zurück nach Nelson gefahren hat. Die Wanderung war ca. 11 km lang und der erste Teil der dreitägigen Wanderung durch den Abel Tasman National Park.
Der Weg ist einfach wunderschön und führt über die Klippen mit fast ständigem Blick auf das Meer. Immer wieder führen kurze Wege runter zum Meer, zu einfach genialen weißen Sandstränden und verlassenen Buchten. Auch das Wetter war einfach ein Traum. Es war sonnig und warm und hat dazu beigetragen den Ausflug zu einem absolut unvergesslichen Erlebnis zu machen, das sich einfach super gelohnt hat und mich an eine der schönsten Orte Neuseelands geführt hat!
Sonntag morgen bin ich dann mit dem Bus von Nelson zurück nach Hanmer Springs gefahren um wieder im Motel zu arbeiten. Da Hanmer Springs am Ende einer Sackgasse liegt und der Bus nur bis zum Turn Off fährt, von dem es allerdings noch ein ordentliches Stück bis Hanmer Springs ist, hat Graham mich von dort abgeholt und ist auch noch mit mir einkaufen gefahren, da es in Hanmer ja nur einen kleinen, teuren Supermarkt gibt. Das war echt total lieb von ihm. Als ich dann in Hanmer ankam habe ich auch Alison, die Amerikanerin, wieder getroffen, was ziemlich cool war! Leider ist sie jetzt nicht mehr hier, sondern letzte Woche weiter gezogen. Warscheinlich werden wir uns aber in Auckland nochmal wieder treffen.
Jetzt bin ich also wieder in Hanmer Springs und es ist eigentlich genau so wie beim ersten Mal. Ich gehe wieder zum Karate und ansonsten passiert nicht viel. Im Motel ist es im Moment sehr ruhig, was wohl daran liegt das die Osterferien lange vorbei sind und es sich mit großen Schritten dem Winter nähert. Das ist für mich natürlich etwas doof, weil ich jetzt schon in den zwei Wochen die ich hier bin vier Mal nicht arbeiten konnte, weil es einfach nichts zum sauber machen gab.
Es ist jetzt spätestens um 19 Uhr stockdunkel und wird nachts richtig kalt. Das merkt man ganz besonders, da die Häuser hier größtenteils gar nicht isoliert sind, es keine vernünftigen Heizungen gibt und die Fenster in der Regel einfach verglast sind. Die Tage sind dafür noch richtig schön warm und Hanmer sieht schon echt schön aus, mit den gelben und roten Blättern an den Bäumen, die im Sonnenschein leuchten...

Das war es erstmal wieder von mir,
liebe Grüße,

Eileen

Dienstag, 13. April 2010

Letzte Etappe: Owaka bis Christchurch

Frustriert von der schlechten Nachricht mit dem Van haben wir uns dann erst einmal in das einzige Cafe Owakas gesetzt und einen Cappuccino getrunken. Danach stand unser Entschluss, den Van für so viel Geld nicht reparieren zu lassen und zu versuchen ihn kaputt zu verkaufen eigentlich fest. Da der gute alte Robert sich echt keinen Meter mehr bewegen wollte, mussten wir ihn wohl oder übel vor der Werkstatt sehen lassen und uns für die Nacht ein Hostel suchen.
Am Sonntag Morgen sind wir dann in die Kirche gegangen. Es war einfach so eine Idee, eine Art des Zeitvertreibs, da in Owaka echt nichts los ist und das einzige Schwimmbad geschlossen hatte, aber wie sich herausstellte, sollte es unsere Situation erheblich verändern.
Um halb 11 ging der Gottesdienst los. Die Kirche war winzig klein und mit ungefähr 20 Leuten gut gefüllt. In so einer kleinen Gemeinde fielen wir natürlich total auf und wurden auch schon direkt von dem ein oder anderen angesprochen, darunter auch dem Pfarrer, der sich aber nicht von der Masse abgehoben hat, da er ganz normale Kleidung an hatte. Auf jeden Fall wurden wir dann gleich bei der Gottesdiensteröffnung mit Namen begrüßt, damit auch wirklich jeder wusste, dass wir da waren.
Nach dem Gottesdienst wurden wir dann von vielen Leuten angesprochen, die alle wissen wollten wo wir her kommen und was wir so machen, also habe wir schön artig jeden Mal unsere „kaputter Van“-Geschichte erzählt. Sofort wurde darüber gefachsimpelt und philosophiert wer uns helfen könne und schließlich wurden wir an Murray weiter geleitet. Murray ist ein netter, pensionierter Farmer, deren große Leidenschaften das Klavierspielen und Motorräder sind. Er und seine Frau haben uns dann erst mal zum Mittagessen eingeladen und mit in ihr Haus genommen. Die beiden Enkelkinder waren auch zu Besuch und so haben wir erst mal alle zusammen gegessen. Danach wurde uns von Murray die Farm gezeigt, denn auch als Rentner besitzt er noch ein beträchtliches Stückchen Land, einen Hofhund, zwei Katzen und zwei Schafe. Als er erfahren hat, dass ich Motorrad fahren kann hat er uns sofort zu zwei Dirtbikes geführt und mich mit einem davon fahren lassen, eines seiner Enkelkinder hinten drauf. Das zweite ist er selbst gefahren, mit Kaddi als Kopilot! So ging der Nachmittag wie im Flug vorbei und kaum haben wir uns versehen, da gab's auch schon Abendessen. Danach sind wir dann noch mal mit in die Kirche gekommen, denn an dem Abend hatten die so eine Art Diskussionsrunde. Zudem wurde uns angeboten, bei Murray und Judy zu übernachten und Murray wollte dann am Montag mit dem Mechaniker reden und gucken was sich machen lässt. Da unsere Taschen aber den ganzen Tag im Hostel standen mussten wir sowieso für die Nacht bezahlen, also sind wir nach der Kirche ins Hostel zurück gegangen. Davor wurden wir allerdings noch von der Pfarrfamilie auf eine Tasse Tee eingeladen. Also sind wir nach der Veranstaltung, die ungefähr bis 21 Uhr ging, noch mit zu ihnen gekommen. Dort haben wir dann Tee getrunken und uns bis 1 Uhr morgens unterhalten. Es war ziemlich interessant...
Am nächsten Morgen hat uns Judy dann am Hostel eingesammelt und uns ein wenig die Gegend gezeigt. Zusammen mit ihr waren wir an den Purakanui Falls, am Jack's Blowhole, in Balclutha zum Einkaufen und am Kaka Point, mit dem Ziel Pinguine zu sehen, was aber leider nicht geklappt hat (doofe Tiere).
In der Zeit in der wir weg waren hat Murray mit dem Mechaniker geredet und ausgemacht, dass der erstmal den Zylinderkopf abschraubt und dann nochmal einen sicheren Kostenvoranschlag macht, worüber wir ziemlich glücklich waren.
Am Dienstag Morgen sind wir dann mit Murray zu Freunden gefahren, um dort ein Klavier abzuholen, dass dann zur Pfarrfamilie gebracht werden sollte, also war die Familie auch da: Roly und Karen mit vier ihrer fünf Kinder, Jack (16), Anna (13), Oscar (11) und Avigail (4). Die älteste Tochter wohnt nicht mehr zu Hause. Zusammen mit ihnen haben wir dann einen Ausflug zum Lake Wilkie gemacht, während Murray das Klavier nach Owaka zurück gefahren hat. Als wir dann Nachmittags zurück kamen, hatte Murray eine schlechte Nachricht für uns: Die Kommunikation zwischen uns, Murray und dem Mechaniker ist irgendwie schief gelaufen und der Van war fertig repariert – für $800! Für so viel Geld wollten wir ihn ja aber eigentlich nicht reparieren lassen....jetzt standen wir vor der Frage, 800 Dollar bezahlen oder den Van in der Werkstatt stehen lassen. Unsere gute Laune und Zuversicht war damit erstmal verflogen und nach einer weiteren Nacht bei Murray und Judy haben wir uns dann dazu entschlossen das Geld zu bezahlen. So sind wir Mittwoch Nachmittag, nach einem Mittagessen bei Roly und Karen und mit $800 weniger im Geldbeutel, aber um die Erfahrung reicher, wunderbare, hilfsbereite Menschen kennen gelernt zu haben aufgebrochen, um mit unserer Rundreise weiter zu machen. Das Ziel für den Tag hieß Dunedin, eine wirklich schöne Stadt, in der wir auf einem Campingplatz übernachtet haben.
Am Donnerstag haben wir uns Dunedin dann genauer angesehen. Wir waren am Bahnhof und in der Art Galerie. Nachmittags haben wir und dann mit Murray und Judy getroffen, die eine Bekannte im Krankenhaus besucht haben und haben und mit ihnen zusammen noch die Baldwin Street angeschaut, die steilste Wohnstraße der Welt, deren Existenz angeblich auch im Guinnes Buch der Rekorde vermerkt ist!!!
Danach ging's dann weiter zur Otago Peninsula, wo wir eine Pinguin-Führung im Yellow-Eyed Penguin Conservation Reserve mit gemacht haben. Das war echt total klasse. Die Veranstalter haben eine Art Tunnelsystem entlang der Wege der Pinguine gebaut, von wo aus man die Tiere beobachten kann, ohne das sie sich gestört fühlen und Angst bekommen. Auf diese Weise kommt man echt ziemlich dicht an die Pinguine dran und auch von weiter weg ist das einfach verdammt beeindruckend so einen Pinguin an Land watscheln zu sehen! Da wir die letzte Führung vor Sonnenuntergang mitgemacht haben, da das die beste Zeit ist die Pinguine zu sehen, da sie bloß für die Nacht an Land kommen, haben wir auch direkt auf der Halbinsel übernachtet, nämlich in Portobello. Von da aus ging es dann am Freitag zunächst nochmal nach Dunedin und später weiter Richtung Mt Cook. Ein Highlight der Weiterreise waren die Moeraki Boulders, eine Ansammlung kugelrunder Felsen am Strand von Moeraki. Sie sehen aus wie von Riesen im Sand vergessene gigantische Murmeln! Das ganze wirkt etwas unnatürlich, ist aber gleichzeitig echt faszinierend.
Am Samstag sind wir dann über Omaru und Duntroon in Aoraki Mt Cook angekommen. Auf dem Weg dorthin haben wir uns die Elephant Rocks angeschaut, die ein wenig so sind wie Castle Hill. Das sind halt riesige Kalksteinfelsen die auf einmal mitten auf einer Ebenen auftauchen. Die Elephant Rocks sind allerdings weit weniger beeindruckend als Castle Hill. Ebenfalls auf dem Weg zu bewundern waren Maori Rock Drawings, also Felsmalereien. Man muss aber schon sagen, dass die Maori wesentlich besser im Jade schnitzen als im Felsen bemalen waren...
Aoraki Mt Cook ist ein kleines Dorf, in dem es außer dem Informationscenter wenig Interessantes gibt. Die Berge lagen in dickem Nebel, sodass wir Mt Cook gar nicht wirklich sehen konnten. In der Hoffnung, dass sich die Wolken lichten haben wir die Nacht auf einem Campingplatz in der Nähe des Dorfes verbracht. Allerdings hatten wir auch am nächsten Tag wenig Glück Mt Cook zu erspähen, was wir allerdings sehen konnten war absolut beeindruckend. Wir haben eine ca. dreistündige Wanderung in das Hooker Valley gemacht. Auf dem Weg überquert man zweimal einen Gletscherfluss über Hängebrücken und kommt schließlich am Fuße des Gletschers an, an dem sich ein Gletschersee gebildet hat, in dem Eisblöcke schwimmen. Es war echt mächtig kalt da oben....auf dem Rückweg haben sich die Wolken dann doch noch etwas verzogen und den Blick auf eine schneebedeckte Bergspitze freigegeben, auf die direkt die Sonne schien, einfach schön!
Nach der Wanderung sind wir noch etwas weiter gefahren, am Lake Tekapo vorbei zum Peel Forest, wo wir die nächste Nacht verbracht haben.
Am Montag sind wir dann weiter nach Akaroa gefahren, eine Stadt auf der Halbinsel bei Christchurch, mit französischem Straßenbezeichnungen und Namen für Lokale. Die Stadt wurde ursprünglich von französischen Siedlern gegründet, später aber von den Briten erobert. Der französische Ursprung ist ihr trotzdem erhalten geblieben.
In Akaroa haben wir erst mal einen leckeren Kaffee getrunken und wollten dann eigentlich Kanu fahren, allerdings wurden wir von der guten Frau vom Kanuverleih angeguckt, als wären wir vom Mond und darauf hingewiesen, dass es ja vieeel zu windig sei. Das war dann also leider nichts.
In Christchurch angekommen haben wir dann erstmal Robert auf Vordermann gebracht und unsere Taschen gepackt, was sich als ernsthafte Herausforderung herausstellte. Man merkt gar nicht wie viel Zeug sich so ansammelt, wenn man einen großen Van hat, in den alles rein passt!
Dienstag morgen sind wir dann in ein Hostel umgezogen. Das war mal wieder was ganz anderes. Wir waren in einem 6-Bettzimmer, dass eigentlich durchgehend voll belegt war und haben den Luxus des Vans doch etwas vermisst. In einem Hostelzimmer gehen die Insassen ca. in der Zeit von 19:30 Uhr bis 2:00 Uhr ins Bett und die ersten sind dann um 6:00 wieder auf den Beinen.....
Robert haben wir zum Backpackers' Car Market gebracht und wurden dort erstmal darauf hingewiesen, dass diese Zeit des Jahres absolut schlecht ist um einen Van zu verkaufen, da viele der Backpacker wieder nach Hause fahren und die „neuen“ erst so im August wieder ankommen. Das mit dem Backpackers' Markt funktioniert so, dass man das Auto da quasi abstellt und so was wie Parkgebühren bezahlt. Die sind für die ersten drei Tage $85. Wenn es super gut läuft wird man sein Auto in der Zeit angeblich auch los. Man bespricht halt einen Verkaufspreis und hängt den in sein Auto rein und das war's dann eigentlich, was man zu tun hat. Robert wurde natürlich nicht innerhalb von drei Tagen verkauft, weshalb wir nach Ablauf der drei Tage nochmals $250 bezahlen mussten. Dafür darf er jetzt aber dort stehen, bis er verkauft ist. In der Hoffnung, dass das schnell geht sind wir dann noch bis zum Dienstag, dem 06.04. in Christchurch geblieben, zumal uns die Leute vom Backpackers' Markt auch gesagt hatten, das wir einen Interessenten gehabt hätten. Der hat sich aber leider irgendwie in Luft aufgelöst.
Die Woche haben wir genutzt, um uns allerhand in Christchurch anzuschauen, so waren wir zum Beispiel in den Botanical Gardens, im Arts Center, einem ehemaligen Klostergebäude in dem heute eine Vielzahl kleiner Kunstgalerien zu finden sind, auf dem wöchentlich stattfindenden Kunstmarkt und im Canterbury Museum.
Dienstag ging es dann schon um 7:00 Uhr in der Früh weiter per Bus nach Blenheim und von dort aus nach Havelock, wo der nette Busfahrer uns genau vor der Einfahrt von Zillwoods raus geworfen hat, der Familie, bei der Kaddi Babysitter war. Hier wurden wir von den fünf Kids erstmal herzlich empfangen und sofort in sämtliche Spiele involviert. Am Mittwoch waren wir dann mit Simone (der Mutter) und den beiden kleinsten in Nelson, haben uns ein bisschen die Stadt angesehen und waren am Strand und später noch einkaufen. Mittwoch Morgen ist die Kaddi dann um 6:55 Uhr von Blenheim nach Auckland geflogen. Zum Flughafen wurde sie von Familie Zillwood gebracht, die mich dann noch am Bahnhof raus geschmissen hat, von wo aus meine Reise weitergeht...
Es war schon etwas seltsam nach über acht Monaten gemeinsam in einem fremden Land zu wissen, dass der andere nach Hause fährt. Es war eine absolut tolle Zeit, in der wir so viel zusammen erlebt haben und sowohl positive als auch negative Erfahrungen teilen konnten, was unheimlich geholfen hat.
Liebe Kaddi, es war toll mit dir! Ich wünsche dir heute einen guten Rückflug und das du heil zu hause ankommst!

Liebe Grüße an alle Daheimgebliebenen,
eure Eileen