Der Abschied auf der Farm war etwas chaotisch,
ein bisschen traurig und wirklich herzlich. Allerdings sind wir erst ungefähr 'na halbe Stunde später losgekommen als wir eigentlich wollten, da Michael auf einmal wie vom Erdboden verschluckt war. Er war einfach weg und keiner wusste wo, aber leztendlich haben wir ihn dann doch noch gefunden!
Nach ca. drei Stunden Autofahrt sind wir, pünktlich zum Abendessen, bei Jefferies' angekommen. Die Familie Jefferies besteht aus sechs Personen: den Eltern Becky und Mark und ihren vier Kindern Tamara (die allerdings nicht mehr zu hause wohnt, und die wir auch nicht kennengelernt haben), Jessy (17), Michaela (15) und Daniel (13)! Außerdem leben noch einige Fische und ein kleiner Papagei im Haus!
Die Gegend ist einfach genial. Ungefähr 10 Meter trennen die Hausfront vom Meer und da diese fast nur aus Fenstern besteht ist das schon echt cool!
Die Tage sind wie im Flug vergangen. Sie liefen immer recht gemütlich an. Nach dem Frühstück haben wir meistens so um die 3 Stunden sauber gemacht, also Fenster geputzt, Küchenschränke ausgewaschen, Staubgesaugt und solche Späße! Die erste Stunde haben wir für Essen gearbeitet, für jede weitere Stunde haben wir jeder 10$ bekommen.
Nachmittags haben wir beispielsweise mit Daniel kleine Fische für die Fische im Aquarium gefischt, sind über die Klippen gewandert, mit Becky einkaufen gefahren oder haben Michaela zugehört, die lustige Geschichten zu erzählen hatte.
Mittwoch bin ich zum Shakespear Park gewandert. Auf der Karte sah das gar nicht weit aus, deshalb bin ich frohen Mutes losgezogen, aber als ich dann nach gut einer Stunde den Park erreicht hatte und ja auch noch die Strecke wieder zurücklaufen musste, hab ich vom eigentlichen Park nur den Eingang gesehen! Hat sich aber trotzdem gelohnt!
Samstag hat Mark dann das Motorboot ins Wasser gelassen und wir konneten damit fahren! Das ist voll cool! Man braucht auch gar keinen Führerschein oder sowas um damit fahren zu dürfen! Die Tage sind teilweise echt schon richtig
warm, sodass ich sogar im Meer schwimmen war! War immernoch ziemlich kalt, aber wir sind ja keine Weicheier!
An dem Abend haben wir uns dann eine Tanzaufführung von Michaela angesehen. Die war ganz cool! In der Pause hat die Oma uns sogar noch was zu Essen ausgegeben!
Ansonsten haben wir die Abende meist damit verbracht uns mit Becky und Mark zu unterhalten, Wein zu trinken und Filme auf einer großen Leinwand mit Beamer zu gucken!
Zu der Wwooferfarm, auf die wir eigentlich wollten, sind wir dann also nicht mehr gefahren, bei Jefferies' wars einfach zu schön!
Am Donnerstag, den 12.11. sind wir dann allerdings recht spontan aufgebrochen. Wir haben uns die ganze Zeit immer wieder nach Jobs umgesehen und erfahren, dass in Tauranga im Moment viele Jobs sein sollten. Wir haben also etwas rumtelefoniert und schließlich ein Hostel gefunden, dass einen an Farmer vermittelt, wenn man im Hostel schläft. Die Frau klang zuversichtlich und hat uns Hoffnung gemacht, in einer Fischfabrik arbeiten zu können. Am Donnerstag um halb zwei sollte dafür ein Einführungstag statfinden.
Also sind wir auf nach Tauranga! Diese Entscheidung hat sich leider als Reinfall erwiesen. Im Hostel angekommen mussten wir erfahren, dass der Einführungstag doch nicht stattfand. Die Frau meinte aber, wir könnten stattdessen einen flowerpicking-Job bekommen. Also haben wir uns überlegt bis Montag im Hostel zu übernachten. Das Hostel ist scheiße teuer, Rabatte für Vans gibt es nicht, die meisten Leute hier sind schrecklich, auf den Toiletten gibt es noch nicht mal Seife und in der Küche keinen kostenlosen Tee.
Flowerpicking war auch nicht fürchterlich erfolgreich, wenn man bedenkt, dass wir von acht bis vier in Kiwiplantagen rumgelaufen sind, mit Säcken um den Bauch und die Kiwiblüten gepflückt haben, für 6,50$ pro Kilo!!! Und man darf nur die richtigen Blüten picken, sprich nur männliche Blüten und nur die, die nicht ganz auf, aber auch nicht mehr ganz zu sind. Wieviel wir tatsächlich verdient haben steht noch in den Sternen, am Freitag bekommen wir das Geld. Die Hostelkosten wird das wohl kaum gedeckt haben.
Unsere Hoffnung mit der Fischfabrik wurde dann auch komplett zerstört, als wir von drei netten Britten, mit denen wir flowerpicken waren, erfahren haben, dass die ungefähr 2 Wochen warten mussten, bis sie den ersten Tag arbeiten durften und bis jetzt 4 Tage innerhalb von drei Wochen gearbeitet haben.
Mit zerstörten Illusionen sind wir also am Montag, dem 16.11. wieder aufgebrochen.
Als erstes haben wir uns den Mt Manganui angesehen und sind darum gewandert. Einmal rumlaufen dauert ungefähr 45 Minuten. Der Weg ist total schön angelegt und man sieht die ganze Zeit das Meer.
Nach einem Lunch in Robert, bei dem „alte“ Erinnerungen wieder aufgeblüht sind, haben wir uns auf den Weg nach Auckland gemacht. Unterwegs haben wir einen Tramper aufgegabelt, einen ziemlich schrägen Typen aus Neuseeland! Der war aber sehr nett und hat uns sogar versprochen sich für Jobs nach uns umzuhören!
In Auckland angekommen haben wir dann nochmal die Tina von EF besucht und sind schließlich wieder zu Jefferies' gefahren. Hier wurden wir herzlich empfangen und so sind wir gestern voller neuer Hoffnungen aufgebrochen in die Shoppinmal um überall nachzufragen, ob Stellen frei sind. Wir haben zwar keine direkte positive Rückmeldung bekommen, allerdings einige Lebensläufe abgegeben und waren soweit eigentlich guter Dinge bis wir zu unserem Van zurückgekehrt sind.
Hier mussten wir dann feststellen, dass jemand gewaltsam das Schloss der Beifahrertür aufgebrochen und über die Hälfte unserer Sachen geklaut hatte.
Nun stehen wir hier, ohne unsere Reiserucksäcke und somit ohne jegliche Klamotten. Die Sachen die geklauft wurden lassen darauf schließen, dass die Diebe kaum Zeit hatten. Meine Bettdecke und einer meiner Schuhe sind weg, Kaddis Jacke und ihre Kulturtasche, dafür haben wir noch ihren Schlafsack und unsere beiden kleine Rucksäcke mit Laptops und Kameras.
Wir sind also zurück zu Jefferies, die uns erstmal ganz lieb beruhigt und die Polizei verständigt haben.
Mit Becky sind wir Abends dann noch durch ihren Kleiderschrank gegangen und haben einige T-Shirts und Hosen, Socken und eine Bettdecke bekommen.
Heute versuchen wir alles zu organisieren, haben allerdings so viel im Kopf, dass wir nicht so fürchterlich gut voran kommen.
Vorhin war jemand von der Spurensicherung da, um nach Fingerabdrücken an der Tür und dem Schloss zu suchen. Da es heute Nacht allerdings die ganze Zeit geregnet hat, sieht das nicht besonders erfolgversprechend aus...
Aber wir geben nicht auf!!! Vielleicht kriegen wir von dern Versicherung einiges an Geld zurück, mal schauen was das so gibt. Wenn wir eins in Neuseeland gelernt haben: uns kann nichts mehr schocken... ;)
Somit halb weinend, halb lachend, herzliche Grüße von Kaddi und Leen



