Mittwoch, 31. März 2010

Etappe 2

....es ist schon wieder eine lange Zeit vergangen, seit unserem letzten Blogeintrag. In der Zeit ist eine ganze Menge passiert, sowohl schöne Dinge, als auch weniger schöne. Ich mache jetzt einfach mal da weiter, wo wir aufgehört haben, nämlich am Donnerstag, dem 11. März:

Am Donnerstag Morgen sind wir vom Lake Ianthe aus, wo wir gecampt haben, aufgebrochen in Richtung Gletscher. Die Gletscher waren eins meiner wichtigsten Reiseziele in unserem Auslandsjahr. Gegen Mittag sind wir dann am Franz Josef Glacier, dem größeren der beiden Gletscher, angekommen. Vom Parkplatz aus führt eine etwa einstündige Wanderung zum Fuße der Gletscherzunge. Die Gegend um den Gletscher sieht sehr trostlos, grau und steinig aus. Leider war das Wetter nicht all zu gut, sodass die Spitzen der Berge in dickem Nebel lagen. Trotzdem war es ganz schön beeindruckend so einen Wall aus Eis zu sehen, teilweise kaum von den wirklichen Felsen zu unterscheiden, da das Eis am Gletscherfuß natürlich mächtig siffig ist.
Die Nacht haben wir direkt im Franz Josef Village verbracht, auf einem schönen Campingplatz mit Spa-Pool!
Am Freitag ging die Reise dann weiter zum Fox Glacier, der uns beiden besser gefallen hat, als der Franz Josef. Zwar ist der Fox Glacier nicht ganz so groß (was man allerdings von unten nicht wirklich merkt), dafür ist er aber sauberer und sieht wilder und spektakulärer aus. Auch hier musste man wieder eine gute Stunde laufen, bevor man am Gletscher ankam. Jeden Morgen checken Leute vom DOC (Department of Conservation) den Weg vom Parkplatz zum Gletscher und markieren ihn neu. Man läuft quasi über ein Geröllfeld und das verändert sich ständig, aufgrund von kleinen Geröll-Lawinen und dem Lauf des Gletscherflusses. Das Wasser in dem Fluss ist übrigens sehr kalt und sieht fast milchig aus.
Auf dem Weg zum Lake Wanaka gibt es einige tolle Aussichtspunkte von denen 5 Minuten Fußwege zu Wasserfällen führen. Am Nachmittag haben wir dann die Blue Pools besichtigt, eine Ansammlung kleinerer und größerer sehr klarer Seen, bei denen man perfekt bis auf den Grund gucken kann. Darüber führt eine Hängebrücke und ein paar mutige Menschen waren sogar schwimmen, allerdings nur ca. 30 Sekunden bevor sie langsam aber sicher immer steifer gefroren sind! :)
Abends waren wir dann campen am Lake Wanaka bevor wir dann am Samstag nach Wanaka gefahren sind und uns die Stadt angeschaut haben. Wanaka ist eine für neuseeländische Verhältnisse recht große Stadt mit ziemlich vielen Geschäften, sodass wir mit Leichtigkeit einen ganzen Tag dort verbringen konnten. Hier haben wir uns überlegt einen Tandem-Paraglide zu machen, allerdings war es dafür am Samstag zu windig. Sonntag hatten wir dann aber Glück und sind um halb 11 morgens etwas aufgeregt zu dem vereinbarten Treffpunkt gefahren. Von hier aus wurden wir in einem Van den nächsten Berg hoch gefahren. Von da oben hatte man den perfekten Ausblick über den See und die Stadt Wanaka, sowie die nächsten Berge, von denen manche sogar an der Spitze mit Schnee bedeckt waren. Hier wurde dann alles startklar gemacht: die Gleitschirme wurden ausgebreitet und ausgerichtet und dann wurde Kaddi und mir so eine Art Stuhl ohne Beine angeschnallt, der sobald man in der Luft war sogar echt bequem war! Damit wurden wir dann schließlich an die Paraglide-Lehrer gebunden und los gings.
Kaddi ist als erstes gestartet. Eigentlich rennt man einfach los sobald der Lehrer das Ok gibt, bzw. man versucht es, denn schon nach drei, vier Schritten strampelt man einfach nur noch albern mit den Beinen in der Luft. Dann hebt man vollständig ab und schwebt durch die Luft. Das ist schon 'n lustiges Gefühl und man fühlt sich irgendwie total sicher in diesem Sitz. Aus der Luft hat man dann einen noch besseren Blick auf Berge, See und Stadt. Nach ungefähr einer viertel Stunde sind wir auch schon wieder sicher am Fuße des Berges angekommen. Das Gefühl einfach durch die Luft zu schweben war schon irgendwie toll, allerdings kam es uns beiden nicht wirklich wie fliegen vor, der Sitz war absolut sicher und Angst hatte man auch nicht wirklich. Gelohnt hat es sich auf jeden Fall :)
Nachmittags ging's dann auch schon direkt weiter über Arrowtown nach Queenstown. Arrowtown ist eine kleine ehemalige Goldgräbersiedlung mit chinesischem Viertel. Heute ist es eine Trouristenattraktion, es gibt unzählige Cafes und Jade- bzw. Wollgeschäfte. Es ist eigentlich ganz schön gemacht, allerdings finden wir beide es nicht so toll in irgendwelchen Menschenmassen rumzulaufen. Massentourismus ist blöd aber leider wird der auch in Neuseeland immer mehr. Es ist eben doch kein Geheimtipp mehr.
In Queenstown haben wir uns als aller erstes einen Campingplatz gesucht und sind dann die fünf Minuten zurück in die Stadt gelaufen. Queenstown liegt am Lake Wakatipu und tut deshalb ein bisschen so, als ob es eine Strandpromenade wie am Mittelmeer hat. Es gibt sehr viele Bars und Restaurants am Seeufer und in der angrenzenden Fußgängerzone. Es ist alles sehr schön gemacht, es wirkt wie eine Altstadt bei uns (man bedenke, dass Neuseeland noch keine 200 Jahre von Europäern besiedelt ist...). Es macht echt Spaß durch die vielen Geschäfte zu bummeln, Fußgängerzonen gibt’s hier in Neuseeland nämlich nicht oft und so haben wir die Zeit hier ein bisschen ausgenutzt.
Eigentlich gilt Queenstown als DIE Adrenalinhauptstadt Neuseelands, überall springen einem Plakate ins Gesicht, die den besten Bunjeejump, das schnellste Jetboot fahren oder die lustigeste Raftingfahrt anbieten. Danach war uns beiden aber nicht wirklich, vor allem weil das alles doch ziemlich viel Geld kostet. Dafür haben wir Eike (den deutschen Kerl von der Sprachenschule aus Auckland) mitten in der Innenstadt getroffen! Das war ganz witzig, haben aber nur kurz gequatscht, weil Eikes Reisekollegen weiter wollten. Am Montag, irgendwann nachmittags, haben wir die bisher schönste Stadt in Neuseeland aber auch schon wieder hinter uns gelassen und sind Richtung Te Anau aufgebrochen.

Hier endet der zweite Teil unserer Rundreise. Der nächste Teil kommt dann später.

Herzliche Grüße von den Weltenbummlern Leen und Kaddi :)

1 Kommentar:

  1. Hallo Kaddi,
    sooo viele Steine, Gletscher und Wasser. Im Süden kann man das üppige Grün des Nordens ja sogar vermissen, obwohl die Landschaft auch wunderschön ist. Wäre mir zum Leben sicher etwas einsam? Noch viel Spaß auf der letzten Etappe
    bis bald
    Gudrun

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