Nach langer lange Zeit melde ich, die Kaddi, mich dann auch noch mal. Mein Januar und Februar waren ziemlich voll, was wohl auch ein Grund ist, warum ich lang nichts mehr geschrieben habe. Wie die meisten wissen werden, habe ich als Haushaltshilfe und Nanny in einer Familie im Norden der Südinsel gearbeitet. Diese Familie hat eine Farm mit circa 500 Milchkühen und beschäftigt vier weitere Menschen, die beim Melken, Kühe hin- und hertreiben helfen und so weiter. Mein Job war es vormittags, solange Chloe, die 2 jährige Tochter, im Kindergarten war, den Haushalt zu schmeißen (Badezimmer und Küche putzen, Staubsaugen, Waschen, usw...). Nachmittags hab ich dann mit Chloe die Hühner gefüttert, Milch geholt, beim Melken zugeguckt, eben lauter spaßige Beschäftigungstherapien für eine 2 jährige veranstaltet ;) Am 9. Januar ist dann Chloes kleine Schwester Tia (sprich wie Pia, nur mit T, und: Nein, es klingt nicht wie Tja!!!).In den ersten Wochen war das auch ganz schön, die Familie war echt nett, das Baby total süß, Chloe ebenfalls, montags abends war ich mit den anderen Angestellten der Farm (alle etwa in meinem Alter) bei einer Bekannten der Familie essen. Es schien wirklich ein guter Job zu sein. Das Problem war aber – und das wurde mir dooferweise erst mit der Zeit immer deutlicher – dass dieser „Nanny-Job“ gar nicht so viel mit Kinderbeaufsichtigen zu tun hatte. Die Putzzeit morgens war nicht nur „mal eben saugen“ oder zwei Mal pro Woche Badezimmer sauber machen, sondern Orla (die Mutter) hat einen ziemlichen Sauberkeitsfimmel. Jeden Tag Bäder, Küche, saugen, Spinnenweben wegmachen, Wäsche waschen, aufhängen, falten; ein Mal pro Woche Fenster putzen, Kühlschrank sauber machen, Rasen mähen (Garten, vorm Haus und ne ewig lange Einfahrt... -.-) usw. Ich hatte nen DinA4 Plan, mit dem ganzen Zeug was ich machen musste. Hinzu kam, dass Chloe eine ziemliche Prinzessin ist. Bei soviel Aufmerksamkeit, wie sie bekommt, wunder mich das allerdings auch nicht. Das Problem daran war nur, sobald Tia geboren worden war, hat sich das natürlich etwas geändert und die Reaktion darauf war, dass Chloe eigentlich nur noch an Mama und vor allem Papa klebte. Die Jobausschreibung als „AuPair/Nanny“ hatte es irgendwie also nicht getroffen.
Mitte Februar hab ich die Leen in Hanmer Springs für ein langes Wochenende besucht, das war super schön :) Wir haben uns zusammen ein bisschen Christchurch angeguckt und waren im Kino. Die Hot Pools in Hanmer haben wir auch getestet – ich bin total begeistert, sowas will ich auch zu Hause haben! Ziemlich viel Zeit haben wir auch mit Reiseplanung verbracht. Wer jemals ein Auslandsjahr vor hat: kauft oder wünscht euch den Reiseführer „Lonely Planet“, dieses Buch ist einfach genial!!! Die Sachen, die wir sehen wollen, haben wir dann auf einer großen Karte markiert und so eine Router geplant, nach der wir die Südinsel bereisen wollen. Unser Reisedatum haben wir übrigens einen Monat vorverlegt, um den Spätsommer noch einigermaßen mitnehmen zu können :)
Hier wars auch deutlich lustiger, mit 5 Kindern ist da immer was los :) Jacob ist 7, Damon 5, Millie 3, Luke ist 2 und Tessa 3 Monate alt. Die Kids sind schonmal ziemlich wild, aber grundsätzlich hören sie recht gut und man hat echt viel Spaß mit ihnen. Geputzt hab ich hier auch überhaupt nicht, sondern ich war wirklich nur für die Kinder zuständig. Spaß gemacht hat es zum Beispiel die Frühstücks- und Lunchboxen für die Kids für Schule und Kindergarten fertig zu machen.
Diese Verantwortung war irgendwie cool. Sowas hat mir bei Orla und Chloe ziemlich gefehlt. Ein Wochenende bei Zillwoods war besonder toll, da sind wir alle zusammen (die haben zum Glück einen 8-Sitzer ;) ) nach Nelson an den Strand gefahren. Super schön ist es da und das Wetter war echt klasse! Hat sich voll gelohnt :)Ich werd auf jeden Fall am Ende unserer Südinselreise, wenn wir wieder "oben" angekommen sind, nochmal bei ihnen vorbei gucken und sie besuchen :)
Am 27.2. hab ich mich dann aber wieder auf den Weg nach Hanmer Springs gemacht und da bin ich im Moment auch noch. Die Leen arbeitet diese Woche noch im Motel, aber am Montag machen wir uns dann auf den Weg in Richtung Christchurch. Aufs Rumreisen freuen wir uns beide super doll. Was vom Land zu sehen, macht einfach unheimlich Spaß und es wird nie langweilig. Wie unsere Reiserouter genau aussieht könnt ihr auf der Karte nachgucken. Die wird sich allerdings wahrscheinlich eh noch ein paar Mal ändern, Pläne sind in Neuseeland nämlich irgendwie blos dafür da übern Haufen geworfen zu werden... „Leben ist das, was dir passiert, wenn du eifrig dabei bist andere Pläne zu machen!“ (John Lennon) Wie Recht er hat!!!
Das die Westküste (Westport und Greymouth) nicht auf unserer Route liegen hat den Grund, dass wir uns diese Gegend am Dienstag mit Leens Vermieter zusammen schon angeguckt haben. Die längste Hängebrücke Neuseelands lag zum Beispiel auf unserem Weg. Das ist schon ein ziemlich lustiges Gefühl wenn man in der Mitte steht und nichts als ein bisschen „Draht“, viel Luft und ein bisschen Wasser unter sich hat ;)
Zwischen Westport und Greymouth liegt eine der berühmtesten Felsforma- tionen des Landes: die Pancake Rocks. Diese Felsen sind durch die wilde Tasmansee so geschliffen worden, dass die verschiedenen Schichten wie auf einander gestapelte Pfannkuchen aussehen. Eine weitere Besonderheit hier ist, dass es einige Höhlen und Tunnel gibt, die aber nur einen Eingang haben. Sobald Wasser durch eine Welle in diese reinströmt und das Abfließen durch eine zweite Welle verhindert wird entsteht natürlich ein enormer Druck, der das Wasser zum „nach oben ausweichen“ zwingt.
An manchen Stellen sieht es deshalb so aus, als ob ein gigantischer Wal unter Felsen liegt und durch sein Blasloch eine Ladung Wasser rauslässt. Wenn man da nicht aufpasst, wird man schnell patsch nass ;) Ich will mir gar nicht vorstellen, wie das ganze aussieht, wenn gerade Sturm ist! Es ist echt unglaublich beeindruckend, man merkt hier richtig, wie ausgesetzt man der Natur manchmal immer noch ist! Ein absolutes Muss für jeden, der in Neuseeland ist... :)
Die beiden Städte Westport und Greymouth sind nicht wirklich was besonderes, Küstenstädtchen gibt es in Neuseeland eben jede Menge. Als Einkaufs- und Volltankmöglichkeiten sind sie allerdings sehr praktisch. Nochmal müssen wir sie uns allerdings nicht angucken und deshalb fehlt dieses Stück auf unserer Reiseroute auch.
Gerade hab ich unseren Robert nochmal Reisefertig gemacht, Wasser und Öl aufgefüllt und das Radio repariert (blöder Wackelkontakt). Gleich kommt die Leen von der Arbeit und dann geht’s ab in die Bücherei. Da kann man nämlich kostenlos W-Lan benutzen, was absolut genial ist :)
Wer noch mehr Bilder sehen möchte, ich hab ein Online-Fotoalbum angelegt, in das ich ab und an schon mal neue Bilder lade. Zu finden ist es unter: http://picasaweb.google.com/berk.katrin
Viel Spaß :)
Habt ein schönes Wochenende (ohne viel Schnee ;) )!
Schöne Grüße von den Weltenbummlern Leen und Kaddi :)

Pancake rocks.. yum yum yummy!
AntwortenLöschen(Kennst du die PAN-cake story aus Schweden, Kaddi? xD)
He und der Spruch von John... ist der nicht von einer gewissen Postkarte von einer gewissen Lieblingsanne?? :P Fätt!
Und danke für das schöne Wochenende, wünsch ich euch auch noch! Hab grade Bio-Klausur hinter mich gebracht - 16 Seiten o.O - und ja, es hat heute Nacht wieder total geschneit! :S Heute Morgen hab ich 40 Minuten lang geschippt! ... Gut, dass Kenja am Äquator liegt! :)
So, Knuddel-Knutsch,
die Anne ;)