Montag, 12. April 2010

Etappe 3 - Von Te Anau bis Dunedin

Am 15. März haben wir uns nach 2 Tagen Queenstown wieder Richtung Wildniss begeben. Unser Ziel war Te Anau, der Ausgangspunkt für jede Fahrt in den Milford Sound. Fjordland ist vermultlich die am wenigsten erschlossene Gegend in Neuseeland und besteht eigentlich nur aus Bergen und Tälern, den Fjorden eben. Berüht ist es für einige der schönsten Wanderwege der Welt und ist Teil des UNESCO Welterbe und steht deshalb unter besonderem Schutz. Unser Plan war bis nach Milford, einer winzigen Siedling am Eingang des Milford Sounds zu fahren und von dort aus ein Kanu zu mieten oder sonst eine Tour zu machen. Bis wir dort angekommen sind, gabs aber - wie eigentlich ja immer - ein paar Hindernisse zu überwinden. Robert hat ziemliche Mucken gemacht, er wollte einfach nicht mehr anspringen... Nachdem wir 2 Mal auf der Fahrt nach Te Anau schon einen Jumpstart bekommen hatten und auch am nächsten Morgen nicht vom Campingplatz weggekommen sind, hat die Werkstatt festgestellt, dass der Anlasser lose war. Für nur $45 wurde das Problem behoben *juhu*! Dachten wir zumindest, die Fahrt nach Milford hat auch super geklappt, Milford an sich war aber eine ziemliche Enttäuschen. Es ist alles total touristisch ausgebaut, kein bisschen mehr natürlich. Kanus kann man sich auch nicht ausleihen, das sei zu gefährlich, man muss wenn auf eine geführte Tour gehen. Aber das war uns zu teuer. Also sind wir da ein bisschen rumgelaufen und haben auf dem Rückweg auf einem Campingplatz übernachten. Auch wenn Milford an sich, nicht sonderlich überzeugend war, die Fahrt ansich hat sich total gelohnt. Was für eine Landschaft wir hier gesehen haben, ist unglaublich! Ich weiß gar nicht richtig, wie ich das in Worte fassen soll, vielleicht verraten die Fotos etwas mehr. Aber auch auf Fotos ist es definitiv nicht einfachbar.
Am nächsten Morgen hat Robert dann aber wieder Schwierigkeiten gemacht, und auch als 5 nette Kerle vom Campingplatz versucht haben zu schieben, angesprungen ist er trotzdem nicht. Nach 2 Stunden kam dann zum Glück der Road Site Service. Der Typ war total unfreundlich und hat gedacht, dass wir total dumm sind. Nachdem er mir nicht glauben wollen, dass der Jumpstart nicht geklappt hat und er es selber nochmal probiert hat, ist er unters Auto gekrabbelt, hat 2 mal gegen den Anlasser gehauen. Das hat immerhin geholfen und wir konnten Robert selber zurück nach Te Anau fahren und einen Autoelektriker drüber gucken lassen... Der hat uns einen Second-Hand-Anlasser eingebaut. Da unsere Hupe auf verrückt gespielt hat und einfach schonmal losgehupt hat (und dann auch nicht wieder aufgehört hat...) hat er diese deaktiviert und ersatzweise einen kleinen "Selbstzerstörungsknopf" neben das Lenkrat gebaut.
Mit deutlich weniger Geld aber einem funktionierendem Van sind wir dann am 17.3. relativ spät aus Te Anau aufgebrochen und Richtung Südwesten gefahren. Übernachtet haben wir auf einem einfachen Campingplatz, in Cliften, direkt neben einer alten, aber doch eher unspektakulären Brücke.
Am nächsten Morgen sind wir dann weiter Richtung Invercargill, beziehungsweise Bluff. Das ist ein kleines Dörfen, wahrscheinlich das südlichste auf dem neuseeländsichen "Festland". Hier endet oder beginnt auch die Hauptautobahn (die in Neuseeland aber anders aussehen, als bei uns...^^), der SH1, der von hier über die gesamte Süd- und Nordinsel bis zum Cape Reinga, dem nördlichsten Punkt Neuseelands. Ansonsten gibts in Bluff noch einen Aussichtspunkt auf nem ziemlich steilen Hügel/Berg.
In Invercargill haben wir dann übernachtet und uns mit Lebensmitteln eingedeckt. Unsere nächste Route hat uns nämlich durch die Catlins geführt, der Südenosten der Südinsel. Hier war es ziemlich einsam und einige der Straßen waren nicht mal asphaltiert. Die Landschaft war wunderschön! Hier gibt es unglaublich viele Schafe und die Weiden sind super grün, weil es hier ziemlich oft regnet. Die Küste hier ist an den meisten Stellen Steilküste, mit ein paar einsamen Buchten mit weißem Sand dazwischen. An einem der Strände haben wir sogar einen Seelöwen aus direkter Näher betrachten können, ganz ohne Umzeunung oder so. Der lag da einfach rum und hat den Strand blockiert. An ihm vorbei getraut haben wir uns nämlich nicht, das war ein riesiger Kerl und die sollen angeblich schneller sein, als man denk ;) Pinguine laufen hier auch hin und wieder rum, wir haben aber leider keine erspähen können. Der wirklich südlichste Punkt (Bluff ist nur das südlichste Dörfchen) ist "Slope Point" und um hier her zu kommen muss man erst 20 Minuten über eine Schafweide gehen. Das rein gar nichts außer Meer zwischen einem und dem Südpol liegt wird hier einem auf drastische Weise näher gebracht! Ziemlich beeindruckend...
Gegen Abend sind wir dann auf einen Campingplatz gefahren und hatten die ganze Anlage für uns ;) Das war schon ziemlich cool! Das einzige was ziemlich blöd war, dass Robert schon wieder rumgesponnen hat. Kurz bevor wir auf dem Campingplatz angekommen waren mussten wir 2 mal anhalten und das Wasser im Kühler auffüllen. Angesprungen ist er auch nicht immer auf Anhieb. Deshalb sind wir dann am nächsten Morgen nur noch 15 Minuten bis zum nächsten Dorf gefahren um ihn in eine Werkstatt zu bringen. Dort haben wir dann die schlechte Nachricht bekommen, dass die Zylinderkopfdichtung kaputt ist - Reparatur um die $1000!!!

Wie's danach weiter gegangen ist, gibts demnächst von der Leen.

Ich bin im Moment nämlich wieder in Auckland und heute ist mein letzter Tag in Neuseeland! Morgen früh mach ich mich auf den Weg nach Seoul, Südkorea und lande dann Mittwoch in Frankfurt... :) Mehr gibts, sobald ich wieder zu Hause bin und wieder uneingeschränkt das Internet benuzten kann.

Ich wünsch euch was, habt ne schöne Woche!

Eure Katrin :)

Mehr Fotos gibts hier: http://picasaweb.google.com/berk.katrin

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