Montag, 26. April 2010

Nelson und zurück nach Hanmer Springs

Am Donnerstag, dem 08. April wurde ich dann also nachdem wir Kaddi zum Flughafen gebracht hatten am Bahnhof in Blenheim raus gelassen. Dort habe ich dann erst mal gewartet, bis das Informationscenter aufgemacht hat. Während ich dort gewartet habe, konnte ich sogar noch einem Mann helfen verschiedenen Messungen durchzuführen. Der kam auf einmal auf mich zu und hat gefragt, ob ich ihm mal helfen könne das eine Ende des Maßbandes zu halten. Klar konnte ich das!
Als das Informationscenter dann aufgemacht hat habe ich meine Taschen dort abgegeben und bin erstmal ein wenig durch Blenheim gelaufen. Um 12:40 Uhr ging es dann von dort per Bus weiter nach Nelson. Die Fahrt hat ungefähr zwei Stunden gedauert und der Busfahrer war einfach lustig, er hat nebenbei noch ein wenig Reiseführer und Alleinunterhalter gespielt!
In Nelson angekommen bin ich dann erstmal in das Informationscenter dort gegangen um mich über Unterkünfte zu informieren. Da drinnen wurde ich dann von einem Typen angequatscht, der wie sich herausstellte der Manager von einem Hostel war und mich auch erfolgreich überzeugen konnte dorthin zu gehen. Die Entscheidung war auch eindeutig die Richtige. Zwar war das Hostel relativ teuer, dafür aber das mit Abstand tollste in dem ich je war! Die „Golden Lodge“ ist eine kleine, gelb angestrichene Villa, ca. 10 Minuten zu Fuß von Nelsons Zentrum entfernt an einem Berg gelegen, von wo aus man einen absolut tollen Blick auf die Stadt und das Meer hat. Die Zimmer sind super gemütlich, die Küche hat eine Spülmaschine und die Nutzung des Internets ist kostenlos! Ein weiterer Vorteil war, dass ich nicht mit all meinem Zeug dorthin laufen musste, sondern direkt hin gefahren wurde!
Den Rest des Tages habe ich dann noch genutzt um mir die Innenstadt von Nelson ein wenig anzuschauen und ein paar Lebensmittel einzukaufen.
Am Freitag habe ich erstmal schön ausgeschlafen und habe mich dann wieder auf in die Stadt gemacht. Nelson ist echt total schön....
Am Samstag bin ich dann morgens schon um 6 Uhr aufgestanden und habe einen Tagesausflug in den Abel Tasman National Park gemacht. Erstmal ging's per Bus ca. 1 ½ Stunden nach Kaiteriteri und von dort aus per Boot nach Anchorage. Die Bootsfahrt hat etwa eine Stunde gedauert und war total schön. Es ging halt die ganze Zeit an der Küste entlang, vorbei an einfach paradiesischen Stränden!
Von Anchorage ging's dann zu Fuß zurück nach Marahaua von wo aus uns der Busfahrer uns wieder eingesammelt und zurück nach Nelson gefahren hat. Die Wanderung war ca. 11 km lang und der erste Teil der dreitägigen Wanderung durch den Abel Tasman National Park.
Der Weg ist einfach wunderschön und führt über die Klippen mit fast ständigem Blick auf das Meer. Immer wieder führen kurze Wege runter zum Meer, zu einfach genialen weißen Sandstränden und verlassenen Buchten. Auch das Wetter war einfach ein Traum. Es war sonnig und warm und hat dazu beigetragen den Ausflug zu einem absolut unvergesslichen Erlebnis zu machen, das sich einfach super gelohnt hat und mich an eine der schönsten Orte Neuseelands geführt hat!
Sonntag morgen bin ich dann mit dem Bus von Nelson zurück nach Hanmer Springs gefahren um wieder im Motel zu arbeiten. Da Hanmer Springs am Ende einer Sackgasse liegt und der Bus nur bis zum Turn Off fährt, von dem es allerdings noch ein ordentliches Stück bis Hanmer Springs ist, hat Graham mich von dort abgeholt und ist auch noch mit mir einkaufen gefahren, da es in Hanmer ja nur einen kleinen, teuren Supermarkt gibt. Das war echt total lieb von ihm. Als ich dann in Hanmer ankam habe ich auch Alison, die Amerikanerin, wieder getroffen, was ziemlich cool war! Leider ist sie jetzt nicht mehr hier, sondern letzte Woche weiter gezogen. Warscheinlich werden wir uns aber in Auckland nochmal wieder treffen.
Jetzt bin ich also wieder in Hanmer Springs und es ist eigentlich genau so wie beim ersten Mal. Ich gehe wieder zum Karate und ansonsten passiert nicht viel. Im Motel ist es im Moment sehr ruhig, was wohl daran liegt das die Osterferien lange vorbei sind und es sich mit großen Schritten dem Winter nähert. Das ist für mich natürlich etwas doof, weil ich jetzt schon in den zwei Wochen die ich hier bin vier Mal nicht arbeiten konnte, weil es einfach nichts zum sauber machen gab.
Es ist jetzt spätestens um 19 Uhr stockdunkel und wird nachts richtig kalt. Das merkt man ganz besonders, da die Häuser hier größtenteils gar nicht isoliert sind, es keine vernünftigen Heizungen gibt und die Fenster in der Regel einfach verglast sind. Die Tage sind dafür noch richtig schön warm und Hanmer sieht schon echt schön aus, mit den gelben und roten Blättern an den Bäumen, die im Sonnenschein leuchten...

Das war es erstmal wieder von mir,
liebe Grüße,

Eileen

Dienstag, 13. April 2010

Letzte Etappe: Owaka bis Christchurch

Frustriert von der schlechten Nachricht mit dem Van haben wir uns dann erst einmal in das einzige Cafe Owakas gesetzt und einen Cappuccino getrunken. Danach stand unser Entschluss, den Van für so viel Geld nicht reparieren zu lassen und zu versuchen ihn kaputt zu verkaufen eigentlich fest. Da der gute alte Robert sich echt keinen Meter mehr bewegen wollte, mussten wir ihn wohl oder übel vor der Werkstatt sehen lassen und uns für die Nacht ein Hostel suchen.
Am Sonntag Morgen sind wir dann in die Kirche gegangen. Es war einfach so eine Idee, eine Art des Zeitvertreibs, da in Owaka echt nichts los ist und das einzige Schwimmbad geschlossen hatte, aber wie sich herausstellte, sollte es unsere Situation erheblich verändern.
Um halb 11 ging der Gottesdienst los. Die Kirche war winzig klein und mit ungefähr 20 Leuten gut gefüllt. In so einer kleinen Gemeinde fielen wir natürlich total auf und wurden auch schon direkt von dem ein oder anderen angesprochen, darunter auch dem Pfarrer, der sich aber nicht von der Masse abgehoben hat, da er ganz normale Kleidung an hatte. Auf jeden Fall wurden wir dann gleich bei der Gottesdiensteröffnung mit Namen begrüßt, damit auch wirklich jeder wusste, dass wir da waren.
Nach dem Gottesdienst wurden wir dann von vielen Leuten angesprochen, die alle wissen wollten wo wir her kommen und was wir so machen, also habe wir schön artig jeden Mal unsere „kaputter Van“-Geschichte erzählt. Sofort wurde darüber gefachsimpelt und philosophiert wer uns helfen könne und schließlich wurden wir an Murray weiter geleitet. Murray ist ein netter, pensionierter Farmer, deren große Leidenschaften das Klavierspielen und Motorräder sind. Er und seine Frau haben uns dann erst mal zum Mittagessen eingeladen und mit in ihr Haus genommen. Die beiden Enkelkinder waren auch zu Besuch und so haben wir erst mal alle zusammen gegessen. Danach wurde uns von Murray die Farm gezeigt, denn auch als Rentner besitzt er noch ein beträchtliches Stückchen Land, einen Hofhund, zwei Katzen und zwei Schafe. Als er erfahren hat, dass ich Motorrad fahren kann hat er uns sofort zu zwei Dirtbikes geführt und mich mit einem davon fahren lassen, eines seiner Enkelkinder hinten drauf. Das zweite ist er selbst gefahren, mit Kaddi als Kopilot! So ging der Nachmittag wie im Flug vorbei und kaum haben wir uns versehen, da gab's auch schon Abendessen. Danach sind wir dann noch mal mit in die Kirche gekommen, denn an dem Abend hatten die so eine Art Diskussionsrunde. Zudem wurde uns angeboten, bei Murray und Judy zu übernachten und Murray wollte dann am Montag mit dem Mechaniker reden und gucken was sich machen lässt. Da unsere Taschen aber den ganzen Tag im Hostel standen mussten wir sowieso für die Nacht bezahlen, also sind wir nach der Kirche ins Hostel zurück gegangen. Davor wurden wir allerdings noch von der Pfarrfamilie auf eine Tasse Tee eingeladen. Also sind wir nach der Veranstaltung, die ungefähr bis 21 Uhr ging, noch mit zu ihnen gekommen. Dort haben wir dann Tee getrunken und uns bis 1 Uhr morgens unterhalten. Es war ziemlich interessant...
Am nächsten Morgen hat uns Judy dann am Hostel eingesammelt und uns ein wenig die Gegend gezeigt. Zusammen mit ihr waren wir an den Purakanui Falls, am Jack's Blowhole, in Balclutha zum Einkaufen und am Kaka Point, mit dem Ziel Pinguine zu sehen, was aber leider nicht geklappt hat (doofe Tiere).
In der Zeit in der wir weg waren hat Murray mit dem Mechaniker geredet und ausgemacht, dass der erstmal den Zylinderkopf abschraubt und dann nochmal einen sicheren Kostenvoranschlag macht, worüber wir ziemlich glücklich waren.
Am Dienstag Morgen sind wir dann mit Murray zu Freunden gefahren, um dort ein Klavier abzuholen, dass dann zur Pfarrfamilie gebracht werden sollte, also war die Familie auch da: Roly und Karen mit vier ihrer fünf Kinder, Jack (16), Anna (13), Oscar (11) und Avigail (4). Die älteste Tochter wohnt nicht mehr zu Hause. Zusammen mit ihnen haben wir dann einen Ausflug zum Lake Wilkie gemacht, während Murray das Klavier nach Owaka zurück gefahren hat. Als wir dann Nachmittags zurück kamen, hatte Murray eine schlechte Nachricht für uns: Die Kommunikation zwischen uns, Murray und dem Mechaniker ist irgendwie schief gelaufen und der Van war fertig repariert – für $800! Für so viel Geld wollten wir ihn ja aber eigentlich nicht reparieren lassen....jetzt standen wir vor der Frage, 800 Dollar bezahlen oder den Van in der Werkstatt stehen lassen. Unsere gute Laune und Zuversicht war damit erstmal verflogen und nach einer weiteren Nacht bei Murray und Judy haben wir uns dann dazu entschlossen das Geld zu bezahlen. So sind wir Mittwoch Nachmittag, nach einem Mittagessen bei Roly und Karen und mit $800 weniger im Geldbeutel, aber um die Erfahrung reicher, wunderbare, hilfsbereite Menschen kennen gelernt zu haben aufgebrochen, um mit unserer Rundreise weiter zu machen. Das Ziel für den Tag hieß Dunedin, eine wirklich schöne Stadt, in der wir auf einem Campingplatz übernachtet haben.
Am Donnerstag haben wir uns Dunedin dann genauer angesehen. Wir waren am Bahnhof und in der Art Galerie. Nachmittags haben wir und dann mit Murray und Judy getroffen, die eine Bekannte im Krankenhaus besucht haben und haben und mit ihnen zusammen noch die Baldwin Street angeschaut, die steilste Wohnstraße der Welt, deren Existenz angeblich auch im Guinnes Buch der Rekorde vermerkt ist!!!
Danach ging's dann weiter zur Otago Peninsula, wo wir eine Pinguin-Führung im Yellow-Eyed Penguin Conservation Reserve mit gemacht haben. Das war echt total klasse. Die Veranstalter haben eine Art Tunnelsystem entlang der Wege der Pinguine gebaut, von wo aus man die Tiere beobachten kann, ohne das sie sich gestört fühlen und Angst bekommen. Auf diese Weise kommt man echt ziemlich dicht an die Pinguine dran und auch von weiter weg ist das einfach verdammt beeindruckend so einen Pinguin an Land watscheln zu sehen! Da wir die letzte Führung vor Sonnenuntergang mitgemacht haben, da das die beste Zeit ist die Pinguine zu sehen, da sie bloß für die Nacht an Land kommen, haben wir auch direkt auf der Halbinsel übernachtet, nämlich in Portobello. Von da aus ging es dann am Freitag zunächst nochmal nach Dunedin und später weiter Richtung Mt Cook. Ein Highlight der Weiterreise waren die Moeraki Boulders, eine Ansammlung kugelrunder Felsen am Strand von Moeraki. Sie sehen aus wie von Riesen im Sand vergessene gigantische Murmeln! Das ganze wirkt etwas unnatürlich, ist aber gleichzeitig echt faszinierend.
Am Samstag sind wir dann über Omaru und Duntroon in Aoraki Mt Cook angekommen. Auf dem Weg dorthin haben wir uns die Elephant Rocks angeschaut, die ein wenig so sind wie Castle Hill. Das sind halt riesige Kalksteinfelsen die auf einmal mitten auf einer Ebenen auftauchen. Die Elephant Rocks sind allerdings weit weniger beeindruckend als Castle Hill. Ebenfalls auf dem Weg zu bewundern waren Maori Rock Drawings, also Felsmalereien. Man muss aber schon sagen, dass die Maori wesentlich besser im Jade schnitzen als im Felsen bemalen waren...
Aoraki Mt Cook ist ein kleines Dorf, in dem es außer dem Informationscenter wenig Interessantes gibt. Die Berge lagen in dickem Nebel, sodass wir Mt Cook gar nicht wirklich sehen konnten. In der Hoffnung, dass sich die Wolken lichten haben wir die Nacht auf einem Campingplatz in der Nähe des Dorfes verbracht. Allerdings hatten wir auch am nächsten Tag wenig Glück Mt Cook zu erspähen, was wir allerdings sehen konnten war absolut beeindruckend. Wir haben eine ca. dreistündige Wanderung in das Hooker Valley gemacht. Auf dem Weg überquert man zweimal einen Gletscherfluss über Hängebrücken und kommt schließlich am Fuße des Gletschers an, an dem sich ein Gletschersee gebildet hat, in dem Eisblöcke schwimmen. Es war echt mächtig kalt da oben....auf dem Rückweg haben sich die Wolken dann doch noch etwas verzogen und den Blick auf eine schneebedeckte Bergspitze freigegeben, auf die direkt die Sonne schien, einfach schön!
Nach der Wanderung sind wir noch etwas weiter gefahren, am Lake Tekapo vorbei zum Peel Forest, wo wir die nächste Nacht verbracht haben.
Am Montag sind wir dann weiter nach Akaroa gefahren, eine Stadt auf der Halbinsel bei Christchurch, mit französischem Straßenbezeichnungen und Namen für Lokale. Die Stadt wurde ursprünglich von französischen Siedlern gegründet, später aber von den Briten erobert. Der französische Ursprung ist ihr trotzdem erhalten geblieben.
In Akaroa haben wir erst mal einen leckeren Kaffee getrunken und wollten dann eigentlich Kanu fahren, allerdings wurden wir von der guten Frau vom Kanuverleih angeguckt, als wären wir vom Mond und darauf hingewiesen, dass es ja vieeel zu windig sei. Das war dann also leider nichts.
In Christchurch angekommen haben wir dann erstmal Robert auf Vordermann gebracht und unsere Taschen gepackt, was sich als ernsthafte Herausforderung herausstellte. Man merkt gar nicht wie viel Zeug sich so ansammelt, wenn man einen großen Van hat, in den alles rein passt!
Dienstag morgen sind wir dann in ein Hostel umgezogen. Das war mal wieder was ganz anderes. Wir waren in einem 6-Bettzimmer, dass eigentlich durchgehend voll belegt war und haben den Luxus des Vans doch etwas vermisst. In einem Hostelzimmer gehen die Insassen ca. in der Zeit von 19:30 Uhr bis 2:00 Uhr ins Bett und die ersten sind dann um 6:00 wieder auf den Beinen.....
Robert haben wir zum Backpackers' Car Market gebracht und wurden dort erstmal darauf hingewiesen, dass diese Zeit des Jahres absolut schlecht ist um einen Van zu verkaufen, da viele der Backpacker wieder nach Hause fahren und die „neuen“ erst so im August wieder ankommen. Das mit dem Backpackers' Markt funktioniert so, dass man das Auto da quasi abstellt und so was wie Parkgebühren bezahlt. Die sind für die ersten drei Tage $85. Wenn es super gut läuft wird man sein Auto in der Zeit angeblich auch los. Man bespricht halt einen Verkaufspreis und hängt den in sein Auto rein und das war's dann eigentlich, was man zu tun hat. Robert wurde natürlich nicht innerhalb von drei Tagen verkauft, weshalb wir nach Ablauf der drei Tage nochmals $250 bezahlen mussten. Dafür darf er jetzt aber dort stehen, bis er verkauft ist. In der Hoffnung, dass das schnell geht sind wir dann noch bis zum Dienstag, dem 06.04. in Christchurch geblieben, zumal uns die Leute vom Backpackers' Markt auch gesagt hatten, das wir einen Interessenten gehabt hätten. Der hat sich aber leider irgendwie in Luft aufgelöst.
Die Woche haben wir genutzt, um uns allerhand in Christchurch anzuschauen, so waren wir zum Beispiel in den Botanical Gardens, im Arts Center, einem ehemaligen Klostergebäude in dem heute eine Vielzahl kleiner Kunstgalerien zu finden sind, auf dem wöchentlich stattfindenden Kunstmarkt und im Canterbury Museum.
Dienstag ging es dann schon um 7:00 Uhr in der Früh weiter per Bus nach Blenheim und von dort aus nach Havelock, wo der nette Busfahrer uns genau vor der Einfahrt von Zillwoods raus geworfen hat, der Familie, bei der Kaddi Babysitter war. Hier wurden wir von den fünf Kids erstmal herzlich empfangen und sofort in sämtliche Spiele involviert. Am Mittwoch waren wir dann mit Simone (der Mutter) und den beiden kleinsten in Nelson, haben uns ein bisschen die Stadt angesehen und waren am Strand und später noch einkaufen. Mittwoch Morgen ist die Kaddi dann um 6:55 Uhr von Blenheim nach Auckland geflogen. Zum Flughafen wurde sie von Familie Zillwood gebracht, die mich dann noch am Bahnhof raus geschmissen hat, von wo aus meine Reise weitergeht...
Es war schon etwas seltsam nach über acht Monaten gemeinsam in einem fremden Land zu wissen, dass der andere nach Hause fährt. Es war eine absolut tolle Zeit, in der wir so viel zusammen erlebt haben und sowohl positive als auch negative Erfahrungen teilen konnten, was unheimlich geholfen hat.
Liebe Kaddi, es war toll mit dir! Ich wünsche dir heute einen guten Rückflug und das du heil zu hause ankommst!

Liebe Grüße an alle Daheimgebliebenen,
eure Eileen

Montag, 12. April 2010

Etappe 3 - Von Te Anau bis Dunedin

Am 15. März haben wir uns nach 2 Tagen Queenstown wieder Richtung Wildniss begeben. Unser Ziel war Te Anau, der Ausgangspunkt für jede Fahrt in den Milford Sound. Fjordland ist vermultlich die am wenigsten erschlossene Gegend in Neuseeland und besteht eigentlich nur aus Bergen und Tälern, den Fjorden eben. Berüht ist es für einige der schönsten Wanderwege der Welt und ist Teil des UNESCO Welterbe und steht deshalb unter besonderem Schutz. Unser Plan war bis nach Milford, einer winzigen Siedling am Eingang des Milford Sounds zu fahren und von dort aus ein Kanu zu mieten oder sonst eine Tour zu machen. Bis wir dort angekommen sind, gabs aber - wie eigentlich ja immer - ein paar Hindernisse zu überwinden. Robert hat ziemliche Mucken gemacht, er wollte einfach nicht mehr anspringen... Nachdem wir 2 Mal auf der Fahrt nach Te Anau schon einen Jumpstart bekommen hatten und auch am nächsten Morgen nicht vom Campingplatz weggekommen sind, hat die Werkstatt festgestellt, dass der Anlasser lose war. Für nur $45 wurde das Problem behoben *juhu*! Dachten wir zumindest, die Fahrt nach Milford hat auch super geklappt, Milford an sich war aber eine ziemliche Enttäuschen. Es ist alles total touristisch ausgebaut, kein bisschen mehr natürlich. Kanus kann man sich auch nicht ausleihen, das sei zu gefährlich, man muss wenn auf eine geführte Tour gehen. Aber das war uns zu teuer. Also sind wir da ein bisschen rumgelaufen und haben auf dem Rückweg auf einem Campingplatz übernachten. Auch wenn Milford an sich, nicht sonderlich überzeugend war, die Fahrt ansich hat sich total gelohnt. Was für eine Landschaft wir hier gesehen haben, ist unglaublich! Ich weiß gar nicht richtig, wie ich das in Worte fassen soll, vielleicht verraten die Fotos etwas mehr. Aber auch auf Fotos ist es definitiv nicht einfachbar.
Am nächsten Morgen hat Robert dann aber wieder Schwierigkeiten gemacht, und auch als 5 nette Kerle vom Campingplatz versucht haben zu schieben, angesprungen ist er trotzdem nicht. Nach 2 Stunden kam dann zum Glück der Road Site Service. Der Typ war total unfreundlich und hat gedacht, dass wir total dumm sind. Nachdem er mir nicht glauben wollen, dass der Jumpstart nicht geklappt hat und er es selber nochmal probiert hat, ist er unters Auto gekrabbelt, hat 2 mal gegen den Anlasser gehauen. Das hat immerhin geholfen und wir konnten Robert selber zurück nach Te Anau fahren und einen Autoelektriker drüber gucken lassen... Der hat uns einen Second-Hand-Anlasser eingebaut. Da unsere Hupe auf verrückt gespielt hat und einfach schonmal losgehupt hat (und dann auch nicht wieder aufgehört hat...) hat er diese deaktiviert und ersatzweise einen kleinen "Selbstzerstörungsknopf" neben das Lenkrat gebaut.
Mit deutlich weniger Geld aber einem funktionierendem Van sind wir dann am 17.3. relativ spät aus Te Anau aufgebrochen und Richtung Südwesten gefahren. Übernachtet haben wir auf einem einfachen Campingplatz, in Cliften, direkt neben einer alten, aber doch eher unspektakulären Brücke.
Am nächsten Morgen sind wir dann weiter Richtung Invercargill, beziehungsweise Bluff. Das ist ein kleines Dörfen, wahrscheinlich das südlichste auf dem neuseeländsichen "Festland". Hier endet oder beginnt auch die Hauptautobahn (die in Neuseeland aber anders aussehen, als bei uns...^^), der SH1, der von hier über die gesamte Süd- und Nordinsel bis zum Cape Reinga, dem nördlichsten Punkt Neuseelands. Ansonsten gibts in Bluff noch einen Aussichtspunkt auf nem ziemlich steilen Hügel/Berg.
In Invercargill haben wir dann übernachtet und uns mit Lebensmitteln eingedeckt. Unsere nächste Route hat uns nämlich durch die Catlins geführt, der Südenosten der Südinsel. Hier war es ziemlich einsam und einige der Straßen waren nicht mal asphaltiert. Die Landschaft war wunderschön! Hier gibt es unglaublich viele Schafe und die Weiden sind super grün, weil es hier ziemlich oft regnet. Die Küste hier ist an den meisten Stellen Steilküste, mit ein paar einsamen Buchten mit weißem Sand dazwischen. An einem der Strände haben wir sogar einen Seelöwen aus direkter Näher betrachten können, ganz ohne Umzeunung oder so. Der lag da einfach rum und hat den Strand blockiert. An ihm vorbei getraut haben wir uns nämlich nicht, das war ein riesiger Kerl und die sollen angeblich schneller sein, als man denk ;) Pinguine laufen hier auch hin und wieder rum, wir haben aber leider keine erspähen können. Der wirklich südlichste Punkt (Bluff ist nur das südlichste Dörfchen) ist "Slope Point" und um hier her zu kommen muss man erst 20 Minuten über eine Schafweide gehen. Das rein gar nichts außer Meer zwischen einem und dem Südpol liegt wird hier einem auf drastische Weise näher gebracht! Ziemlich beeindruckend...
Gegen Abend sind wir dann auf einen Campingplatz gefahren und hatten die ganze Anlage für uns ;) Das war schon ziemlich cool! Das einzige was ziemlich blöd war, dass Robert schon wieder rumgesponnen hat. Kurz bevor wir auf dem Campingplatz angekommen waren mussten wir 2 mal anhalten und das Wasser im Kühler auffüllen. Angesprungen ist er auch nicht immer auf Anhieb. Deshalb sind wir dann am nächsten Morgen nur noch 15 Minuten bis zum nächsten Dorf gefahren um ihn in eine Werkstatt zu bringen. Dort haben wir dann die schlechte Nachricht bekommen, dass die Zylinderkopfdichtung kaputt ist - Reparatur um die $1000!!!

Wie's danach weiter gegangen ist, gibts demnächst von der Leen.

Ich bin im Moment nämlich wieder in Auckland und heute ist mein letzter Tag in Neuseeland! Morgen früh mach ich mich auf den Weg nach Seoul, Südkorea und lande dann Mittwoch in Frankfurt... :) Mehr gibts, sobald ich wieder zu Hause bin und wieder uneingeschränkt das Internet benuzten kann.

Ich wünsch euch was, habt ne schöne Woche!

Eure Katrin :)

Mehr Fotos gibts hier: http://picasaweb.google.com/berk.katrin