Montag, 21. Juni 2010
White Hot Heroes
Little, old New Zealand with just 25 professional soccer players - Italy has 3541. A country which had played just four World Cup matches before this morning drew with one which has won four World Cup titels. Crazy.
If the Slovakia result was incredible, this is truly mind-blowing and they still have a genuine chance of progressing to the second round - although Paraguay looked slick in their 2:0 defeat of Slovakia. That would be one of the biggest surprises in World Cup History, much like the US beating England in 1950." (Monday, June 21, 2010, The New Zealand Herald)
Erst unentschieden gegen die Slovakei und jetzt 1:1 gegen den amtierenden Weltmeister Italien: das laesst selbst eine Rugbynation wie Neuseeland nicht kalt! Aetliche Schulkinder sind gestern ganz in weiss, den Farben des NZ Soccer Teams "All Whites" in die Schule gekommen, die Zeitungen berichten stolz von der Heldentat ihrer Jungs und sogar die Fussballmoderatoren werden immer begeisterter, wenn sie mitten in der Nacht die Leitungen ihres Teams kommentieren! (Die Uebertragungszeiten der Spiele sind hier um 23:30, um 2:00 und um 5:30Uhr) Wo nach dem Spiel gegen die Slovakei noch niemand in Begeisterung ausgebrochen ist und das 1:1 als "mehr als wir haetten hoffen koennen" kommentiert wurde, so erreicht die Welle der Fussballbegeiterung nach dem Unentschieden gegen Italeien nun endlich auch die Kiwis!
Nach 1982 ist die WM 2010 die einzige, in der Neuseeland je gespielt hat und damals wurden alle drei Vorrundenspiele verloren...
Wie auch immer, dieses Jahr sind die All Whites erfolgreich wie nie zuvor in der Geschichte des Fussballs und die Italiener werden sich ueber Zeilen wie diese wohl noch lange aergern: :-)
- The Kiwi's are the most laid back side at the World Cup - and have a collection of "stars" who have scrapped their way through the lower leagues of England and college soccer in the US, to make it to South Africa.
The list of club's the New Zealand heroes have played for should on the face of it have not place at a World Cup.
- The All Whites' bench was virtually ignored before the game, and let's face it, some of the people on the bench are virtually ignored by their own club coaches. (NZ Herald)
- "Don't tell anybody, Italy wins the Rugby World Cup, and New Zealand wins the Soccer World Cup." (tvnz)
- He (the Prime Minister) even toyed with the idea of making tomorrow a public holiday to celebrate the draw.
"It would be a damn fine idea but I won't be in the country to enjoy it." (tvnz)
- If the World Cup is a stage, Italian footballers are clearly the best actors. Azzuri Players littered the field at Nelspuit in several histrionic retakes of the "dying swan", as they traded knocks with All Whites players in the hustle and bustle of the group F match.
... And then the penalty on 31 minutes. Although Tommy Smith grabbed the shirt of Daniele De Rossi, the dive for the resulting pot-kick would have made American swimmer Michael Phelps blush. (NZ Herald)
- Midfielder Daniele Di Rossi, all 85kg of snarling Italian cabanossi, went down like he had been tackled by All Black Ma'a Nonu. All Whites defender Tommy Smith naively tugged his shirt, but this happens virtually any time a ball is played into the box, and Di Rossi fell like his legs had been taken from under him.
- The score read New Zealand 1 Italy 0, and not many could resist the photo opportunity. (NZ Herald)
- Shane Smeltz: A dream start. Was he offside? Of course. Do we care? Not a jot. (NZ Herald)
Montag, 14. Juni 2010
Mein Leben in Avondale
Die letzten Wochen, eigentlich seit ich wieder auf der Nordinsel bin, sind echt super schnell vergangen.
In meiner ersten Woche bei den Erdrichs habe ich den Freitag (04.06), den letzten wirklich wunderschönen Herbsttag dazu genutzt mir Rangitoto Island anzuschauen. Rangitoto entstand durch einen Vulkanausbruch vor etwa 600 bis 700 Jahren und ragt ca. 260 Meter aus dem Meer. Die Insel liegt im Haurak
i Gulf vor der Kueste von Auckland und ist mit dem Boot in etwa 30 Minuten von Auckland City aus zu erreichen. Die steilen Lavahänge sind inzwischen mit Bueschen und Baeumen bewachsen. Verschiedene Wanderwege fuehren hinauf zum Krater und nach etwa 1 1/2 Stunden, in denen man vorbei an mit Moosen und Farnen bewachsenem Lavagestein und Neuseelands einheimischen Manuka- Rewa- und Pohutukawabäumen laeuft, ist man oben und kann die wahnsinnige Aussicht über den Hauraki Gulf bewundern.
Der Ausflug dort hin hat sich absolut gelohnt. Wenn man die Insel betritt fühlt man sich, als haette man eine fremde Welt betreten, was durch die Tatsache noch verstaerkt wird, dass die Insel keine permanenten Einwohner hat. Es gibt nur eine Hand voll Ferienhaeuser und die müssen ohne Strom- und Wasseranschluss auskommen. Hier wurde mir die Schoenheit Neuseelands noch einmal richtig bewusst. Ich bin echt ein absoluter Fan der Vegetation der Nordinsel und der Besuch Rangitotos war definitiv einer der lohnenswertesten Ausfluege in ganz Neuseeland!
Am Montag, dem 07.06. war dann ein Feiertag und zwar Queen's Birthday. Zusammen mit den Erdrichs habe ich eine Wanderung zu den Fairy Falls gemacht, die aufgrund des vielen Regens wirklich spektakulaer aussahen – und man bedenke, dass ich das nach 10 Monaten Neuseeland und somit nach dem Anblick einer nicht gerade kleinen Anzahl von Wasserfaellen sage! :-) Der Weg war teilweise vollstaendig ueberschwemmt, sodass wir Schuhe und Socken ausziehen und durchs kalte Wasser waten mussten! Ein Erlebnis war das auf jeden Fall!
Letzten Samstag (12.06) habe ich mir dann Devonport angeschaut, einen Vorort von Auckland, der an der Kueste liegt. Hier befinden sich viele von Aucklands Badestraenden und die Uferpromenade ist sehr schoen. Devonport gilt als einer der reicheren Vororte Aucklands und ist mit der Faehre in nur 10 Minuten von Aucklands Ferry Building aus zu erreichen. Von den beiden erloschenen Vulkanen Mount Victoria und Noth Head aus hat man einen großartigen Blick über den Waitemata Harbour und Auckland City. Von Norh Head aus habe ich einige Zeit lang eine Segelregatta unten im Hafen verfolgt. Das Wetter war nicht toll, aber es hat wenigstens nicht geregnet.
Wie auch Rangitoto hat Devonport eine lange militärische Tradition. Die Basis der Royal New Zealand Navy wurde bereits 1841 eroeffnet und noch heute sind hier etwa 2200 Angehoerige der Marine stationiert. Während der beiden Weltkriege wurden hier viele Raketen zur Verteidigung von Aucklands Hafen aufgebaut, die jedoch glücklicher Weise nie zum Einsatz kamen.
Sonntag war ich dann schwimmen. Das nächste Schwimmbad liegt zu Fuß etwa 40 Minuten entfernt und ist echt schoen, denn neben dem normalen Schwimmerbecken gibt es noch einen Bereich mit Wasserrutsche, Spabad , Kinderbecken und Wellenbad. Der Eintritt ist nicht ganz billig, aber es war trotzdem ein lohnenswerter Ausflug.
Ansonsten lebe ich mich bei den Erdrichs immer besser ein. Mittlerweile finde ich sogar ohne Karte oder Alex als Navigator den Weg zur Schule und zum Fußballtraining, werde beim Essen kochen immer kreativer und traue mich Isis, den Hund, auch ohne Leine laufen zu lassen.
Manche Dinge sind jeden Tag gleich, andere Sachen ändern sich von Woche zu Woche. Von Montag bis Freitag stehe ich jeden Morgen um 7 :15 Uhr auf und mache die Lunchboxen für die Kids fertig. Wenn dann alle gefrühstückt haben raaeume ich die Kueche auf. Jeden Montag staubsauge ich das Haus und putze das Badezimmer. Eigentlich jeden Abend räume ich dann wieder die Küche auf. Allerdings ist das nicht zu anstrengend, denn erfreulicher Weise gibt es eine Spuelmaschine!
Matthias und Sharon arbeiten beide voll zeit mit woechentlich wechselnden Arbeitszeiten. Matthias ist Berufsmusiker und von daher oft auch Abends unterwegs. Tagsüber gibt er dann auch noch hin und wieder Unterricht. Sharon ist Heilpraktikerin. Sie hat eine Klinik, in der sie arbeitet und unterrichtet nebenbei noch am College for Health. Teilweise gibt sie auch Wochenendlehrgänge oder Crashkurse für Leute, die sich weiterbilden wollen. Also wird quasi am Anfang jeder Woche geplant und geguckt wo ich helfen kann. So bringe ich dann an manchen Tagen die Jungs zur Schule oder hole sie ab, fahre sie zum Fußballtraining oder zum Musikunterricht, koche Abendessen oder bin einfach Abends da um die sie zu beaufsichtigen, darauf zu achten, dass sie ihre Pflichten erledigen und zeitig ins Bett gehen.
Ansonsten darf ich bei Bedarf noch Waesche auf- und abhängen, Hemden buegeln und die Einfahrt fegen. Langeweile kommt da also so schnell nicht auf! :-)
Und auch die Tatsache, dass Matthias aus Deutschland kommt, was mich ja zu Anfang eher abgeschreckt hat, hat sich als nicht wirklich schlimm erwiesen. Wenn ich mit Matthias alleine bin reden wir Deutsch, was auch mal ganz schön ist und ansonsten wird Englisch geredet.
Matthias redet auch mit Karl und Alex sehr viel Deutsch, allerdings laeuft das hier nicht sehr konsequent ab und teilweise wechselt er in ein und derselben Konversation mehrmals die Sprache. Karl und Alex antworten auch grundsätzlich immer auf Englisch, was für mich und meine Absicht Englisch zu lernen ja ganz nett ist, ihnen im Hinblick auf den fließenden Gebrauch der deutschen Sprache allerdings sehr wahrscheinlich nicht gerade zu gute kommt...
Mit lieben Grueßen in die Heimat,
Eileen
PS: Den deutschen Einfluss in der Erdrich Familie merkt man auch an der Fussballbegeisterung! Beide Jungs spielen Fussball und sind heute Morgen sogar schon um 6:30 Uhr aufgestanden um das WM-Spiel Deutschland gegen Australien zu verfolgen! Allerdings mussten wir feststellen, dass das Spiel nicht im oeffentlichen Fernsehen uebertragen wurde, sondern nur im Sky TV, einem Program aehnlich wie bei uns Premiere, was sie leider nicht haben...immerhin, der Wille war da!
Mittwoch, 2. Juni 2010
Rundreise mit Christian
Am Sonntag um 6:30 Uhr ist der Christian dann in Auckland gelandet. Den Tag haben wir dazu genutzt Auckland zu erkunden und spaeter haben wir uns mit Martin und seiner Freundin auf ein Bierchen am Hafen getroffen. Martin ist der Hollaender, mit dem Kaddi und ich im September Northland erkundet haben. Ihn nach der ganzen Zeit wieder zu sehen war wirklich schoen. Es ist ganz interessant ueber die Erfahrungen die man gesammelt hat zu reden, die ja doch total unterschiedlich sind, obwohl man im gleichen Land unterwegs ist...
Mit unserer Rundreise ging es dann am Montag, den 24. Mai los. Um 8 Uhr morgens haben wir den Mietwagen abgeholt und sind in Richtung Coromandel aufgebrochen. Die Coromandel-Halbinsel gefaellt mir Landschaftlich super gut. Leider hat das Wetter nicht so ganz mitgespielt, die ganze Woche gab es immer wieder heftigste Regenschauer. Die Laune haben wir uns davon allerdings nicht verderben lassen! :-)
Geplant war, dass wir bis in den Zipfel der Coromandel-Halbinsel fahren und dann halt wieder zurueck. Angekommen sind wir allerdings nicht.
"flooding" leider wieder umkehren, denn auf der Strasse war beim besten Willen kein weiterkommen mehr und es sah eher aus als wuerden wir einem Flussbett folgen, als der Hauptstrasse!
In einem gemuetlichen Hostel in Hahei haben wir dann uebernachtet. Da es immer schon um halb 6 dunkel wurde und um 6 Uhr dann stockfinster war, haben die Tage recht frueh geendet, zumindest was das Autofahren anging.
Am Dienstag haben wir dann die sonnigen Morgenstunden ausgenutzt und sind zum Hot Water Beach gefahren.
Danach gings dann auf zur Cathedral Cove,
Puenktlich zum Regenanfang sassen wir dann auch schon wieder im Auto Richtung Tauranga und Mount Manganui. Hier haben wir uns erstmal gestaerkt und weiter gings, die Ostkueste runter am auch im Regen wunderschoenen Bay of Plenty bis nach Whatakane. Von da aus ging es dann landeinwaerts weiter, bis nach Rotorua, einer Stadt, die wohl vor allem durch ihren Schwefelgeruch bekannt ist! Ueberall brodelt und kocht und dampft es - und stinkt eben nach Schwefel!
Trotzdem haben wir hier uebernachtet, in einem gemuetlichen Hostel, in dem allerdings zu 99 Prozent Deutsche waren! Abends haben wir uns dann mit ein paar anderen Leuten den Kinofilm "Boy" angesehen, ein neuseelaendischer Film ueber einen Maorijungen. Aufgrund des starken Dialekts war es an manchen Stellen schon eine echte Herausforderung den Dialogen zu folgen!
Wir sind dann noch ein Stueck weiter entlang des Lake Taupo, des groessten Sees Neuseelands gefahren, bis nach Turangi, wo die Reise fuer Mittwoch geendet hat.
Am 27.05. ging es dann weiter durch den Tongariro National Park. Dort findet man unter anderem den Mt Raupehu, auf dem sich das groesste Skigebiet der Nordinsel befindet. Genau hier sind Kaddi und ich letzten August Ski gefahren. Dieses Mal sah die Landschaft allerdings noch deutlich anders aus und wirkte ohne die Schneeschicht doch etwas trostlos. Auf den Bergen rundherum liegt jedoch schon gewaltig Schnee. Im Whakapapa Village, dem Dorf direkt am Skigebiet hat auch schon eine dicke Eisschicht die Strassen bedeckt und wir sind etwas ins Schlittern gekommen.
Nach diesem doch eher unangenehm kalten Ausflug, vorallem fuer Christian, der ja nur noch Temperaturen um die 28 Grad und Sonnenschein von Hawaii gewoehnt ist und von daher auch keine dicke Jacke dabei hatte, ging es weiter, vorbei an den Waitomo Caves bis nach Raglan. Raglan ist ein Surferdorf an der Westkueste und ist eigentlich ziemlich schoen. Bei Surfern ist es vor allem durch den Whale Beach bekannt, der blos einige wenige Kilometer entfernt liegt. Im Hostel haben wir einige interessante, etwas abgedrehte Leute getroffen und diesmal waren sogar nicht alle deutsch! Abends hat dann ein Maedel eine Feuerball-Show am Strand veranstaltet und nach einiger Zeit kam sogar noch spontan ein Trommler dazu!
Freitag Morgen ging es dann auch schon wieder zurueck Richtung Auckland. Hier sind wir eigentlich die ganze Zeit die Kuestenstrasse gefahren, haben allerdings einen Abstecher nach Hamilton, mit 125.00 Einwohnern groesste Binnenstadt Neuseelands gemacht.
Um 17 Uhr mussten wir dann auch das Mietauto schon wieder abgeben. Den Tag haben wir dann noch mit Souveniershopping und Pizzaessen ausklingen lassen und am Samstag um 8 Uhr sass der Christian dann auch schon wieder im Bus Richtung Auckland Airport.
Ich habe mich dann gegen Mittag auf nach Avondale gemacht, einem Vorort von Auckland. Hier wwoofe ich jetzt, also arbeite fuer Unterkunft und Essen, bei einer Familie, den Erdrichs. Der Vater Matthias ist Deutscher aus dem Schwarzwald, die Mutter Sharon Kiwi. Die beiden Jungs Karl und Alex sind 12 und 10 Jahre alt. Ausserdem lebt hier noch eine Katze, die man fast nie zu Gesicht gekommt und der Hund Isis.
Meine Aufgaben sind unter anderem, den Kindern Essen fuer die Schule zu machen, zu kontrollieren ob die Betten gemacht wurden, sie wenn noetig von der Schule abholen oder zum Sport fahren und das Haus in einer Grundordnung zu halten, sprich staubsaugen, Bad putzen oder auch mal buegeln.
Wenn alles gut laeuft, dann werde ich hier wohl die naechsten fuenf Wochen bleiben, also bis ich wieder zurueck nach Deutschland fliege...
Liebe Gruesse und bis zum naechsten Blogeintrag,
eure Eileen